Geschäftskunden stellen andere Anforderungen an ihren Internetanschluss als Privathaushalte. Wichtiger als der niedrigste Monatspreis sind meist eine stabile Leitung, ein fester Ansprechpartner und kurze Reaktionszeiten, wenn der Anschluss ausfällt.
Auffällig ist dabei etwas anderes: die wenigsten Anbieter lassen einen Geschäftskundenanschluss überhaupt online abschließen. Wer bei Telekom oder o2 einen Business-Tarif buchen möchte, landet nicht im Warenkorb, sondern in einem Beratungsformular oder bei einer Rückrufbitte. Einige Glasfaseranbieter machen es anders und lassen den Abschluss direkt online zu.
In der folgenden Übersicht finden Sie deshalb die Tarife, die Sie tatsächlich direkt online bestellen können.
Der Vergleich
Alle Angaben ohne Gewähr
Warum so wenige Business-Tarife online buchbar sind
Geschäftskundenanschlüsse werden im Vertrieb klassisch über Beratung verkauft. Der Anbieter möchte wissen, wie viele Arbeitsplätze angebunden werden, ob mehrere Standorte zusammengeschaltet werden sollen und welche Telefonanlage im Einsatz ist. Solche Fragen lassen sich in einem Bestellformular schlecht abbilden.
Für Sie als kleines Unternehmen oder Selbständiger hat das einen unangenehmen Nebeneffekt: Sie bekommen den Preis oft erst nach einem Gespräch, und vergleichen können Sie vorher kaum. Bei größeren Standortvernetzungen ist das sinnvoll, bei einem einzelnen Büroanschluss ist es vor allem umständlich.
Genau hier unterscheiden sich die beiden Anbieter in der Tabelle. Bei ihnen sehen Sie den Preis vorab und schließen den Vertrag ohne Beratungstermin ab.
Was Business-Tarife von Privatkundentarifen unterscheidet
Technisch nutzen Geschäftskundentarife dieselben Leitungen wie Privatanschlüsse, also VDSL, Kabel oder Glasfaser. Der Unterschied steckt in den Zusatzleistungen.
- Statische IP-Adresse, nötig für eigene Server, VPN-Zugänge oder Fernwartung
- Mehrere Sprachkanäle, damit mehrere Mitarbeiter gleichzeitig telefonieren können
- Kürzere Entstörzeiten und ein separater Geschäftskundensupport
- Vertraglich erlaubte gewerbliche Nutzung, die in Privatkundenverträgen oft ausgeschlossen ist
- Symmetrische Bandbreite bei SDSL, also gleich viel Upload wie Download
Nicht jeder Tarif bringt alle Punkte mit. Welche Leistungen enthalten sind, sehen Sie in der Tabelle oben, dort lässt sich auch gezielt nach fester IP oder Telefonflat filtern.
Wann ein Privatkundentarif ausreicht
Die Geschwindigkeiten für Privathaushalte sind inzwischen so hoch, dass ein normaler Anschluss für viele Büros technisch genügt. Für Einzelunternehmer und kleine Teams ohne eigene Serverinfrastruktur ist der Privatkundentarif häufig die günstigere Wahl.
Prüfen sollten Sie vorher drei Punkte: ob der Anbieter die geschäftliche Nutzung in den Vertragsbedingungen erlaubt, ob die enthaltenen Rufnummern und Sprachkanäle reichen, und ob Sie im Störungsfall mit den üblichen Bearbeitungszeiten leben können.
Wenn diese Punkte unkritisch sind, lohnt der Blick in unseren DSL Vergleich für Privatkunden oder in die Glasfasertarife.
Worauf Sie beim Abschluss achten sollten
Die Aktionspreise in der Einstiegsphase sind bei Geschäftskundentarifen genauso verbreitet wie im Privatkundengeschäft. Entscheidend für die Gesamtkosten ist der Preis nach Ablauf der Aktion.
Neben dem Monatspreis fallen bei Geschäftskundentarifen regelmäßig ein einmaliges Bereitstellungsentgelt und Versandkosten für den Router an. Beides ist in der Tabelle mit ausgewiesen.
Achten Sie außerdem auf die Vertragslaufzeit. Üblich sind 24 Monate, einzelne Anbieter führen flexiblere Varianten mit kürzerer Bindung zu einem höheren Monatspreis.
Glasfaser für Geschäftskunden
Beim Upload zeigt sich der deutlichste Unterschied zwischen den Anschlussarten. Während Kabelanschlüsse auch bei einem Gigabit Download meist deutlich weniger Upload liefern, kommen Glasfasertarife für Geschäftskunden auf ein Verhältnis von etwa zwei zu eins oder besser.
Für Cloud-Backups, Videokonferenzen und den Zugriff auf Server im Büro ist genau das der entscheidende Wert, nicht die Downloadrate.
Zwei Glasfaseranbieter in der Tabelle lassen sich online abschließen. Verfügbar sind sie allerdings nur dort, wo der jeweilige Anbieter ausgebaut hat, die Prüfung Ihrer Adresse steht deshalb vor dem Tarifvergleich.
Viele weitere regionale Internetanbieter haben ebenfalls Geschäftskundentarife im Portfolio, auf Basis von Glasfaser, Kabel oder Richtfunk. Bei ihnen führt der Weg in aller Regel über die Beratung, weil die Konditionen standortabhängig kalkuliert werden.
Ob an Ihrer Adresse überhaupt Glasfaser liegt, können Sie über unsere Übersicht zum Glasfaserausbau prüfen.
Häufige Fragen zu Internet für Geschäftskunden
Technisch nutzen beide dieselben Leitungen. Geschäftskundentarife bringen zusätzliche Leistungen mit, etwa eine statische IP-Adresse, mehrere Sprachkanäle, kürzere Entstörzeiten und einen eigenen Support. Außerdem ist die gewerbliche Nutzung vertraglich ausdrücklich erlaubt, was in Privatkundenverträgen häufig ausgeschlossen ist.
Nur bei wenigen Anbietern. Die meisten verkaufen Geschäftskundenanschlüsse über eine persönliche Beratung, sodass Sie statt eines Warenkorbs ein Kontaktformular oder eine Rückrufbitte vorfinden. In unserer Tabelle finden Sie ausschließlich Tarife, die sich direkt online bestellen lassen.
Oft nicht. Für Einzelunternehmer und kleine Teams ohne eigene Serverinfrastruktur reicht ein Privatkundentarif technisch meist aus und ist günstiger. Prüfen sollten Sie vorher, ob der Anbieter die geschäftliche Nutzung erlaubt, ob die enthaltenen Rufnummern und Sprachkanäle genügen und ob Ihnen die üblichen Bearbeitungszeiten im Störungsfall reichen.
In unserer Tabelle stehen Bruttopreise inklusive Mehrwertsteuer, damit die Tarife untereinander und mit Privatkundentarifen vergleichbar bleiben. Die Anbieter selbst werben bei Geschäftskunden fast immer mit Nettopreisen, weil vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmen die Mehrwertsteuer erstattet bekommen. Auf der Anbieterseite sehen Sie deshalb einen niedrigeren Betrag.
Eine feste IP-Adresse ist nötig, wenn Sie von außen erreichbar sein müssen, etwa für einen eigenen Server, einen VPN-Zugang ins Firmennetz oder die Fernwartung von Geräten. Ohne statische IP wechselt die Adresse regelmäßig und solche Zugriffe brechen ab. Nicht jeder Geschäftskundentarif enthält sie, teils ist sie nur gegen Aufpreis oder auf Anfrage buchbar.
Verbreitet sind 24 Monate. Einzelne Anbieter führen flexiblere Varianten mit kürzerer Bindung, die dafür einen höheren Monatspreis haben. Achten Sie zusätzlich auf die Preisstaffel, denn der günstige Einstiegspreis gilt meist nur für die ersten sechs bis neun Monate.