Funktionierende DSL Anschlüsse sind auch im privaten Bereich „elementar für die eigene Lebensführung.“ Dies urteilte der Bundesgerichtshof (BGH) bereits im Jahr 2012 – und die meisten Menschen werden diesem Richterspruch vorbehaltlos zustimmen. Umso ärgerlicher sind DSL Störungen – insbesondere dann, wenn sie zum Dauergast werden.
Bringt keine der Lösungen dauerhaft Ruhe, ist oft ein Wechsel die bessere Wahl. Wie du den Anbieter ohne Ausfall wechseln, zeigen wir Schritt für Schritt.
Dieser Artikel klärt über typische Probleme, Lösungen sowie im Ernstfall auch Kündigungsfristen auf.

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Die erste Frage: Liegt überhaupt eine DSL Störung vor?
Eine DSL Störung liegt dann vor, wenn der Internet-Provider keine funktionierende Netzverbindung bereitstellen kann. Dies bedeutet: Wenn du mit deinen Endgeräten (Computer, Smartphone, Tablet, etc.) nicht online gehen können, muss nicht notgedrungen eine Störung vorliegen. deine Probleme können auch andere Ursachen haben:
- Ein Defekt liegt im Endgerät vor, das ins Internet gehen soll.
- Der Router als Brücke zwischen deinem Internetanschluss und den Endgeräten hat ein Problem.
- Zu viele Geräte gleichzeitig beanspruchen die Verbindung. Es besteht faktisch überhaupt kein Problem.

Ein Defekt im Endgerät: ein einfacher Test
Defekte in Endgeräten lassen sich leicht überprüfen. Wenn sich dein Computer beispielsweise nicht mit deinem DSL Anschluss verbinden lässt, aber dein Smartphone schon, so liegt der Fehler im Rechner. Teste mehrere Geräte, um ganz sicher zu gehen. Wenn ein mobiles Endgerät wie ein Handy betroffen sein sollte, testest du zusätzlich, ob sich andere Mobiltelefone verbinden können. Ist dies nicht der Fall, liegt möglicherweise softwareseitig im Router ein Problem vor.
Such sowohl im Router wie auch in den betroffenen Smartphones nach noch nicht installierten Software-Updates. Zugang zu deinem Router erhältst du über einen verbundenen Computer. Über den Browser kannst du die Benutzeroberfläche aufrufen. Für eine FRITZ!Box musst du beispielsweise fritz.box eingeben.
Probleme mit dem Router
Router weisen klassischerweise zwei Probleme auf. Erstens funktioniert das WLAN nicht mehr. Zweitens kann überhaupt keine Internetverbindung mehr hergestellt werden. Die meisten Router weisen durch Warnleuchten auf derartige Probleme hin.
Teste mit einem kabelgebundenen Gerät, ob noch eine Internetverbindung hergestellt werden kann: Verbindest du beispielsweise deinen Rechner per Kabel mit dem Router. Falls dies nicht der Fall ist, verbindest du den Computer über den mobilen Hotspot deines Smartphones mit dem Netz, um sicherzugehen, dass die Störung nicht im Endgerät liegt. Falls du einen zusätzlichen Router hast, tausch das Gerät aus. Kann jetzt wieder eine Internetverbindung hergestellt werden, lag der Fehler im bisherigen Router.
Ohne zusätzlichen Router und ohne Warnleuchten musst du die Benutzeroberfläche des Routers aufrufen, um sicherzugehen. Lies hier, dass der Router das Netz erkennt, aber keine Verbindung aufbauen kann, liegt eine DSL Störung vor. Kann er eine Verbindung aufbauen, aber keine Daten weiterleiten, hat der Router ein Problem.
Zu viele Geräte sind gleichzeitig im Netz
Wenn zu viele Endgeräte gleichzeitig einen DSL Anschluss nutzen und beispielsweise Downloads durchführen, beeinträchtigt dies die Geschwindigkeit des Internets insgesamt. Dies kann sich wie eine Störung anfühlen. Durch Deaktivierung einiger Geräte sollte das Problem automatisch behoben werden. Ist dies nicht der Fall, solltest du die Router neu starten. Löst dies die Schwierigkeiten noch immer nicht, liegt vermutlich ein Problem mit dem Router vor.
Tatsächliche DSL Störungen: Zwei Gründe
DSL Störungen haben in der Regel einen der zwei folgenden Gründe: Erstens liegt ein Netzausfall durch einen Hardware-Fehler vor. Zweitens ist eine Lizenz deines Internet-Providers für die Nutzung eines Fremd-Netzes abgelaufen. Im ersten Fall weist beispielsweise eine Basisstation oder ein Server einen Defekt auf. Dies erkennst du daran, dass dein Router ein Warnsignal ausgibt, dass kein Netz mehr ankommt.
Der zweite Fall ist schwieriger, weil dein Router kein Warnsignal ausgeben wird. Viele Provider nutzen faktisch die DSL Netze anderer Anbieter. In Norddeutschland bietet o2 beispielsweise VDSL über das Netz des lokalen Anbieters EWE an. Damit dies funktioniert, erhalten die Server und Basisstationen von o2 Zugriffslizenzen. Diese laufen allerdings ab. Das eigentliche Netz verweigert die Weiterleitung von Daten. Du erhältst kein Warnsignal, weil das Internet eigentlich fehlerlos zur Verfügung gestellt wird. Du darfst nur nicht zugreifen. In der Nutzeroberfläche wirst du eine Fehlermeldung finden, dass deine Nutzerdaten falsch seien.
Fristen zur Behebung einer DSL Störung
Wenn du eine echte DSL Störung feststellst, musst du eine Störungsmeldung bei deinem Provider absetzen (z. B. über die Störungshotline des jeweiligen Anbieters). Zuständig ist immer dein Vertragspartner, nicht der Netzbetreiber. Wer das ist, sagt dir notfalls die Anbieter-Erkennung. Erst dann tickt die Uhr für die Behebung des Problems. Hier gibt es von offizieller Seite nur eine einzige Frist, die zu berücksichtigen ist: Der BGH hat festgelegt, dass du ein Sonderkündigungsrecht besitzt, sollte deine Internetverbindung für zwei Wochen am Stück unterbrochen sein. Dies ist also die Zeit, die der Provider maximal zur Behebung hat. Wer das Sonderkündigungsrecht nutzt, sollte vor dem Wechsel die Angebote der Internetanbieter vergleichen.
Entschädigungsregeln
Anspruch auf finanzielle Entschädigung hast du aber bereits eher. Der BGH hat ebenfalls durch ein Urteil festgelegt, dass dein Provider alle Mehrkosten zu tragen hat, die dir dadurch entstehen, dass du während der Ausfallzeit doch Internet hast. Nutze beispielsweise einen mobilen Hotspot und benötigen zusätzliches Datenvolumen, muss er dieses zahlen.
Die meisten Provider haben spezifische Entschädigungsregeln, die deutlich großzügiger sind. 1&1 bietet beispielsweise einen vollen Monatsbeitrag an, wenn das an einem Werktag aufgetretene Problem nicht innerhalb von 48 Stunden („innerhalb des nächsten Tages“) gelöst werden kann.



