Die Frage ist selten, ob du einen Internetzugang bekommst, sondern welche Geschwindigkeit sinnvoll ist. Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Tarif liegen mehr als 70 Euro im Monat, und ein großer Teil dieser Spanne geht auf Bandbreite, die viele Haushalte nie ausreizen.
Entscheidend ist nicht die Zahl im Tarifnamen, sondern ob sie zu deinem Haushalt passt und welche Anschlussart sie liefert. Diese Seite ordnet die Geschwindigkeitsklassen ein, mit den Preisen und Uploadwerten aus unserem aktuellen Tarifbestand.
Wie viel Mbit brauchst du wirklich?
Eine einzelne Videokonferenz braucht wenige Mbit, ein 4K-Stream etwa 25. Kritisch wird es erst, wenn mehrere Dinge gleichzeitig laufen, und selbst dann liegt der Bedarf eines normalen Haushalts deutlich unter dem, was Gigabit-Tarife bieten.
Schneller als jede Faustregel geht es mit vier Fragen. Der Rechner leitet daraus eine passende Geschwindigkeit ab und zeigt dir Tarife, die dazu passen.
Als grobe Orientierung ohne Rechner:
- 1 bis 2 Personen, Streaming und Homeoffice: 50 bis 100 Mbit
- Familie mit mehreren Geräten, parallel Streaming und Videocalls: 100 bis 250 Mbit
- Große Datenmengen nach oben, etwa Cloud-Backups, Fotos, Videoschnitt: ab 500 Mbit, vor allem wegen des Uploads
- Gelegentliche Nutzung, Mail und Surfen: 16 bis 50 Mbit reichen technisch aus
Die Geschwindigkeitsklassen im Überblick
16 Mbit: nur noch für unterversorgte Adressen
Tarife mit 16 Mbit kosten ab 24,98 € und damit kaum weniger als die nächsthöhere Klasse. Wer die Wahl hat, sollte sie nicht wählen, denn der Upload liegt bei rund 2 Mbit, was schon eine einzelne Videokonferenz an die Grenze bringt.
50 Mbit: der günstige Einstieg
Ab 24,98 € und in fast jedem Netz verfügbar. Für ein bis zwei Personen mit Streaming und gelegentlichem Homeoffice reicht die Klasse aus. Der Upload bleibt mit 5 bis 25 Mbit die Schwachstelle.
100 Mbit: der heutige Standard
Die meistgebuchte Klasse, ab 34,90 € bis 78,95 €. Sie deckt parallele Nutzung in einem Mehrpersonenhaushalt zuverlässig ab.
Hier lohnt der Blick auf die Anschlussart besonders, weil der Upload je nach Technik zwischen 40 und 50 Mbit schwankt, bei identischem Download.
250 Mbit: Reserve für größere Haushalte
Ab 34,90 €. Über DSL ist das die technische Obergrenze, darüber geht es nur mit Kabel oder Glasfaser. Der Aufpreis gegenüber 100 Mbit ist oft kleiner als erwartet, weil viele Anbieter die mittleren Klassen dicht beieinander kalkulieren.
500 Mbit: selten nötig, gelegentlich sinnvoll
Ab 36,99 €. Für den reinen Download braucht kaum ein Haushalt diese Klasse. Interessant wird sie über den Upload, der hier bereits bis 250 Mbit reicht.
1000 Mbit: die Gigabit-Klasse
Ab 39,95 € und damit häufig auf dem Niveau älterer 250er Tarife. Das eigentliche Argument ist auch hier nicht der Download, sondern der Upload von bis zu 1.000 Mbit im Glasfasernetz. Mehr dazu auf unserer Seite zu Gigabit Internet.
Der Upload entscheidet, nicht der Download
Zwei Tarife mit 1000 Mbit Download können sich beim Upload um den Faktor zwanzig unterscheiden. Kabelanschlüsse liefern in dieser Klasse zwischen 50 und 75 Mbit nach oben, Glasfaser bis zu 1000. Im Tarifnamen steht diese Zahl fast nie.
Spürbar wird das überall dort, wo Daten den Haushalt verlassen: Cloud-Backup, Fotomediathek, Videoschnitt, Fernzugriff auf den heimischen Rechner und Videokonferenzen mit mehreren Teilnehmern.
Welche Anschlussart liefert welche Klasse
Nicht jede Geschwindigkeit ist an jeder Adresse zu haben. Die Technik vor deiner Haustür begrenzt die Auswahl, bevor der Preis überhaupt eine Rolle spielt.
- DSL reicht bis 250 Mbit, der Upload bleibt vergleichsweise niedrig
- Kabel erreicht 1000 Mbit im Download, bleibt beim Upload aber deutlich zurück
- Glasfaser liefert die höchsten Werte in beide Richtungen, ist aber nicht überall verfügbar
- Mobilfunk und 5G sind eine Alternative, wo keine Leitung liegt, mit schwankender Leistung
Ob an deiner Adresse Glasfaser liegt, zeigt unsere Übersicht zum Glasfaserausbau.
Was von der Geschwindigkeit tatsächlich ankommt
Die Zahl im Tarifnamen ist ein Maximalwert. Was wirklich anliegt, hängt an der Leitungslänge, der Auslastung im Netz und der Hausverkabelung. Anbieter müssen deshalb im Vertrag eine minimale, eine normalerweise verfügbare und eine maximale Geschwindigkeit ausweisen.
Bleibt die tatsächliche Leistung erheblich hinter der vertraglich zugesagten zurück, darf das Entgelt gemindert werden. Nachweisen lässt sich das mit der Desktop-App der Breitbandmessung der Bundesnetzagentur, die über mehrere Tage misst.
Einen ersten Eindruck liefert unser Speedtest. Für die Minderung reicht eine Einzelmessung allerdings nicht aus.
Tarife nach Geschwindigkeit vergleichen
Im Tarifvergleich lässt sich direkt nach der gewünschten Mindestgeschwindigkeit filtern:
Geht es dir weniger um die Geschwindigkeit als um den passenden Anschluss insgesamt, hilft unsere Übersicht zum Internet für zuhause weiter. Für den gewerblichen Einsatz gibt es eigene Tarife für Geschäftskunden.
Häufige Fragen zur Internetgeschwindigkeit
Für ein bis zwei Personen mit Streaming und gelegentlichem Homeoffice reichen 50 bis 100 Mbit. Ein Mehrpersonenhaushalt, in dem parallel gestreamt und videotelefoniert wird, liegt mit 100 bis 250 Mbit auf der sicheren Seite. Ein einzelner 4K-Stream braucht rund 25 Mbit, kritisch wird es also erst bei mehreren gleichzeitigen Anwendungen.
Beim Download für einen normalen Haushalt wenig, weil kaum eine Anwendung die Bandbreite ausreizt. Der Unterschied liegt im Upload. Ein Gigabit-Anschluss über Glasfaser liefert bis zu 1000 Mbit nach oben, ein 100-Mbit-Anschluss meist 40 bis 50. Für Cloud-Backups, Videoschnitt und den Fernzugriff auf den heimischen Rechner ist das der entscheidende Wert.
Weil er im Tarifnamen nicht auftaucht und sich zwischen den Anschlussarten viel stärker unterscheidet. Zwei Tarife mit identischem Gigabit-Download können beim Upload um den Faktor zwanzig auseinanderliegen. Kabelanschlüsse kommen dort auf 50 bis 75 Mbit, Glasfaser auf bis zu 1000. Alles, was den Haushalt verlässt, hängt an diesem Wert.
Für Videokonferenzen und normales Arbeiten in der Cloud reichen 50 Mbit in einem kleinen Haushalt aus. Eng wird es, wenn parallel gestreamt wird oder wenn regelmäßig große Dateien hochgeladen werden, denn der Upload liegt in dieser Klasse je nach Anschlussart nur bei etwa 5 bis 25 Mbit.
Über die Telefonleitung sind bis zu 250 Mbit möglich, und auch das nur bei kurzer Leitungslänge zum Verteiler. Alles darüber setzt einen Kabel- oder Glasfaseranschluss voraus. Wie viel an deiner Adresse tatsächlich ankommt, hängt zusätzlich von der Auslastung im Netz und der Hausverkabelung ab.
Anbieter müssen im Vertrag eine minimale, eine normalerweise verfügbare und eine maximale Geschwindigkeit ausweisen. Bleibt die tatsächliche Leistung erheblich dahinter zurück, darf das Entgelt gemindert werden. Als Nachweis dient die Desktop-App der Breitbandmessung der Bundesnetzagentur, die über mehrere Tage misst. Eine einzelne Messung mit einem Online-Speedtest genügt dafür nicht.