Einen neuen Internettarif abschließen, und dann kommt die Frage: Router mieten oder lieber kaufen? Viele Anbieter legen ihren Tarifen automatisch einen Mietrouter bei. Das klingt praktisch. Aber es kostet jeden Monat Geld, und das summiert sich schnell.
Dieser Ratgeber zeigt dir, wann die Miete sinnvoll ist, wann der Kauf sich lohnt, und worauf du je nach Anschlussart achten musst.

TL;DR: Mieten oder kaufen?
Wenn du technikfern bist, selten umziehst und einfach möchtest, dass alles funktioniert, ist der Mietrouter eine bequeme Lösung. Wenn du länger als zwei Jahre beim gleichen Anbieter bleibst und etwas Technikgefühl mitbringst, fährst du mit einem Kauf in der Regel günstiger. Glasfaser-Neukunden sollten die Besonderheiten ihres Anschlusses kennen, bevor sie sich entscheiden. Und wer einen Kabelanschluss hat, stößt beim Kauf schnell auf technische Einschränkungen.
Seit 2016 gilt in Deutschland die gesetzliche Routerfreiheit. Du darfst bei jedem Anbieter deinen eigenen Router nutzen, egal was im Tarif steht. Kein Anbieter darf dich zwingen, seinen Mietrouter zu verwenden.
Was bedeutet Router mieten überhaupt?
Viele Anbieter schicken dir beim Vertragsabschluss automatisch einen Router. Technisch gehört das Gerät ihnen, du zahlst monatlich eine Gebühr dafür. Im Gegenzug kümmert sich der Anbieter um Einrichtung, Support und Austausch bei einem Defekt. Das klingt bequem. Und für viele Menschen ist es das auch.
Aber: du zahlst jeden Monat. Auch dann, wenn das Gerät seit Jahren problemlos läuft und du nie den Support gebraucht hast. Und wenn du den Vertrag kündigst, gibst du den Router zurück.
Was ist beim Kauf anders?
Du kaufst einmalig ein Gerät, das dir gehört. Du bist nicht an den Anbieter gebunden, kannst den Router bei einem Anbieterwechsel einfach mitnehmen, und du entscheidest selbst, welches Gerät du nutzt. Die einmalige Investition ist höher. Aber ab einem bestimmten Punkt hast du die Kosten wieder rein.
Was kostet die Routermiete bei deutschen Anbietern?
Die Mietgebühren unterscheiden sich je nach Anbieter und Tarif. Manche rechnen sie separat ab, andere bündeln sie im Tarifpreis. Hier ein Überblick der aktuellen Konditionen:
Unser Tipp: Schau in deinen Vertragsunterlagen nach, ob die Routermiete separat ausgewiesen wird oder im Tarifpreis steckt. Das macht einen großen Unterschied bei der Gesamtrechnung.
Ab wann lohnt sich der Kauf? Die Break-Even-Rechnung
Die Faustregel ist simpel: Teile den Kaufpreis durch die monatliche Mietgebühr. Das ergibt die Anzahl der Monate, nach denen sich der Kauf amortisiert hat.
Formel: Kaufpreis ÷ monatliche Mietgebühr = Break-Even in Monaten
Ein Beispiel: Kostet ein guter Mittelklasse-Router 150 Euro und die Mietgebühr beträgt 5 Euro, dann ergibt sich ein Break-Even nach ungefähr 30 Monaten. Danach sparst du monatlich den vollen Mietbetrag.
Beachte dabei: Ein gekaufter Router läuft oft sechs bis acht Jahre problemlos. Über diese Laufzeit addiert sich die eingesparte Miete zu einem erheblichen Betrag. Außerdem kannst du den Router bei Bedarf auch noch verkaufen, um z. B. ein neueres Modell anzuschaffen.
Was kostet ein eigener Router? Kaufpreise nach Geräteklasse
Nicht jeder braucht das teuerste Modell. Hier ein Überblick nach Geräteklassen, am Beispiel der FRITZ!Box-Reihe von AVM:
Welches FRITZ!Box-Modell zu welchem Anschluss passt, erklären wir in unserem FRITZ!Box-Ratgeber.
DSL, Glasfaser oder Kabel: Was musst du beachten?
Die Anschlussart macht einen großen Unterschied. Nicht jeder eigene Router funktioniert mit jedem Anschluss. Hier die wichtigsten Punkte.
DSL und VDSL
Bei einem klassischen DSL- oder VDSL-Anschluss hast du die größte Auswahl an eigenen Routern. Die meisten gängigen Modelle, also auch alle FRITZ!Box-Varianten für DSL, funktionieren problemlos mit dem Anschluss der großen Anbieter. Du benötigst lediglich deine Zugangsdaten vom Anbieter. Die trägst du einmalig in den Router ein, und fertig.
Achtung: Bei einigen VDSL-Tarifen mit Vectoring oder Super-Vectoring kann es technische Eigenheiten geben. Prüfe vor dem Kauf, ob das gewünschte Modell explizit für deinen Tarif freigegeben ist.
Glasfaser
Hier wird es etwas komplizierter. Bei einem Glasfaseranschluss sitzt zwischen der Glasfaserleitung und deinem Router oft ein sogenanntes ONT (Optical Network Termination), also ein Glasfasermodem. Dieses Gerät wandelt das Lichtsignal in ein Ethernet-Signal um.
Ob du deinen eigenen Router direkt anschließen kannst, hängt davon ab, wie dein Anschluss gebaut ist. Bei AON-Anschlüssen (Active Optical Network) ist das in der Regel einfacher. Bei GPON-Anschlüssen (Passive Optical Network) gibt es je nach Anbieter Einschränkungen.
Für Glasfaser-Anschlüsse (AON vs. GPON) je Anbieter prüfen: Ist ein eigener Router direkt nutzbar? Braucht es ein separates ONT? Gibt der Anbieter eigene Router frei?
Alles rund um Glasfasertarife und technische Voraussetzungen findest du in unserem Ratgeber zu Glasfaser-Routern. Wie es ein Anbieter konkret löst, zeigt das Beispiel, welchen Router o2 für Glasfaser bereitstellt.
Kabelanschluss
Bei einem Kabelanschluss gelten besondere technische Anforderungen. Kabelrouter müssen den DOCSIS-Standard unterstützen, aktuell ist DOCSIS 3.1 der relevante Standard für hohe Geschwindigkeiten. Die Auswahl an kompatiblen eigenen Routern ist kleiner als bei DSL.
Außerdem müssen Kabelrouter vom Anbieter freigeschaltet werden. Das ist gesetzlich geregelt und wird von den Anbietern grundsätzlich gewährt, aber du musst das Gerät aktiv beim Anbieter anmelden.
Vor allem Vodafone schaltet nicht jeden „eigenen“ Router frei. Insbesondere beim Kauf von gebrauchten Routern muss darauf geachtet werden, dass die Artikelnummer stimmt.
Mieten oder kaufen: Die Vor- und Nachteile im Überblick
- Mietrouter: Einrichtung durch den Anbieter, kein Aufwand für dich
- Mietrouter: Kostenloser Austausch bei Defekt
- Mietrouter: Technischer Support inklusive
- Mietrouter: Passend zum Anschluss, keine Kompatibilitätsprobleme
- Eigener Router: Einmalige Kosten, langfristig günstiger
- Eigener Router: Bleibt bei Anbieterwechsel bei dir
- Eigener Router: Mehr Funktionen und Einstellungsmöglichkeiten
- Eigener Router: Keine monatlichen Mehrkosten
- Mietrouter: Monatliche Gebühr über die gesamte Vertragslaufzeit
- Mietrouter: Gerät muss nach Vertragsende zurückgegeben werden
- Mietrouter: Oft weniger Funktionen als Kaufgeräte
- Mietrouter: Anbieter bestimmt das Modell, du hast keine Wahl
- Eigener Router: Höhere Anschaffungskosten zu Beginn
- Eigener Router: du bist für Einrichtung und Fehlerbehebung selbst zuständig
- Eigener Router: Bei Glasfaser und Kabel technische Hürden möglich
Welche Option passt zu dir?
Nicht jeder hat die gleichen Anforderungen. Diese Tabelle hilft dir, schnell die richtige Entscheidung zu treffen.
Routerfreiheit: Was das Gesetz sagt
Seit dem 1. August 2016 gilt in Deutschland die gesetzliche Routerfreiheit. Du darfst deinen eigenen Router an jedem Breitbandanschluss nutzen. Kein Anbieter darf dich dazu zwingen, seinen Mietrouter zu verwenden. Das gilt für DSL, Kabel und Glasfaser gleichermaßen.
Weigerst sich ein Anbieter, dir die nötigen Zugangsdaten zu geben, oder blockiert er die Nutzung deines eigenen Routers, verstößt er gegen geltendes Recht. In diesem Fall kannst du dich an die Bundesnetzagentur wenden.
Und noch ein Punkt: Wenn du auf den Mietrouter verzichtest, sollte sich das auch im Preis niederschlagen. Viele Anbieter erstatten die Mietgebühr, wenn du den Router nicht nutzt oder ihn zurückschickst. Das ist aber nicht bei allen Tarifen automatisch so. Frag aktiv nach.
Häufige Fragen zum Thema Router mieten oder kaufen
In den meisten Fällen ja, wenn du länger als eineinhalb bis zwei Jahre beim gleichen Anbieter bleibst. Ab dem Break-Even-Punkt sparst du jeden Monat die Mietgebühr. Dazu kommt, dass gekaufte Router oft mehr Funktionen bieten als Mietgeräte.
Ja. Die Routerfreiheit gilt seit 2016 für alle Breitbandanbieter in Deutschland. Du benötigst lediglich die Zugangsdaten deines Anbieters, die er dir auf Anfrage mitteilen muss. Bei Glasfaser- und Kabelanschlüssen gibt es technische Besonderheiten, die du vorher klären solltest.
Das hängt von deinem Anschluss ab. Bei vielen Glasfaseranschlüssen sitzt ein ONT zwischen der Leitung und deinem Router. Du brauchst dann einen Router mit Ethernet-WAN-Anschluss. Ob das mit deinem Wunschgerät funktioniert, erfährst du beim Anbieter oder in unserem Glasfaser-Ratgeber.
Ja. Der Mietrouter gehört dem Anbieter. Nach Vertragsende musst du ihn zurückschicken. Tust du das nicht, kann der Anbieter den Restwert des Geräts in Rechnung stellen. Bewahre deshalb die Originalverpackung auf und schick das Gerät rechtzeitig zurück.
Das ist anbieterabhängig. Manche Tarife enthalten die Mietgebühr im Preis, andere rechnen sie separat ab. Wenn du deinen eigenen Router nutzt und die Mietgebühr separat ausgewiesen ist, hast du in der Regel Anspruch auf Erstattung. Frag beim Anbieter aktiv nach, das passiert nicht immer automatisch.
Dein eigener Router bleibt bei dir. Du kannst ihn beim neuen Anbieter weiternutzen, sofern er technisch kompatibel ist. Das ist ein echter Vorteil gegenüber dem Mietmodell, bei dem das Gerät zum alten Anbieter zurückgeht.
Für VDSL bis 250 Mbit/s reicht ein Mittelklasse-Router, z. B. die FRITZ!Box 7530 AX für ca. 130 Euro. Achte darauf, dass das Modell explizit VDSL mit Vectoring unterstützt.
Nein. Das wäre ein Verstoß gegen die Routerfreiheit. Der Anbieter ist gesetzlich verpflichtet, dir die Zugangsdaten für deinen Anschluss mitzuteilen. Verweigert er das, kannst du dich bei der Bundesnetzagentur beschweren.
Welcher Anbieter den WLAN-Router gratis dazugibt und welcher ihn nur vermietet, zeigt der Vergleich der WLAN-Anbieter.


