
Ein Festnetztelefon nutzt kaum noch jemand, bezahlen soll man es trotzdem. Kein Wunder, dass viele nach einem Anschluss suchen, der nur das liefert, was sie wirklich brauchen: Internet.
Solche Tarife gibt es, und zwar mehr als früher. Rund jeder vierte Tarif in unserem Vergleich kommt ohne Telefonflat. Hier steht, für wen sich das lohnt, wie viel du wirklich sparst und worauf du bei der Auswahl achten solltest.
Ohne Telefon, ohne Festnetz, nur Internet: alles dasselbe
Je nachdem, wo du suchst, heißt es DSL ohne Telefon, Internet ohne Festnetz oder schlicht nur Internet. Gemeint ist immer dieselbe Sache: ein Anschluss, bei dem keine Telefonflatrate im Paket steckt.
Der Unterschied zwischen Anschluss und Flatrate zählt hier. Die Leitung selbst kann weiterhin telefonieren, du buchst nur die Gesprächs-Flat nicht mit. Ein Anschluss komplett ohne Telefoniefähigkeit ist bei Privatkunden die Ausnahme.
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Für wen sich ein Tarif ohne Telefon lohnt
Durch die hohe Verbreitung von Allnet-Flatrates im Mobilfunk ist es längst normal, keinen festen Telefonanschluss mehr zu haben. Wer ohnehin nur mobil telefoniert, zahlt für die Festnetzflat schlicht doppelt.
Typische Fälle, in denen sich ein reiner Internettarif rechnet:
- Du telefonierst ausschließlich über das Handy und brauchst keine Festnetznummer.
- Der Anschluss versorgt eine Zweitwohnung, ein Ferienhaus oder ein kleines Büro, in dem nur Internet gebraucht wird.
- Du nutzt den Anschluss vor allem zum Streamen, Spielen und fürs Homeoffice.
- In der Wohngemeinschaft ruft ohnehin niemand auf einer gemeinsamen Nummer an.
Dagegen spricht wenig, solange du weißt, dass die Festnetznummer damit entfällt. Wer regelmäßig Anrufe von Behörden, Handwerkern oder Verwandten auf dem Festnetz bekommt, sollte zweimal überlegen.
Wie viel sparst du wirklich?
Ehrlich gesagt oft weniger, als man denkt. Der Aufpreis für eine Festnetzflat ist bei vielen Anbietern gering, und im Aktionszeitraum sind Komplettpakete aus Internet und Telefon nicht selten sogar günstiger als der reine Internettarif.
Der Grund ist simpel: Anbieter bewerben ihre Bündelangebote am aggressivsten, weil sie damit den höheren Umsatz pro Kunde machen. Ein Tarif ohne Telefon wird selten mit Rabatten beworben.
Vergleich deshalb immer beide Varianten, statt automatisch das schlankere Paket zu wählen. Wenn es dir ums Sparen geht, findest du bei den günstigen Anbietern unter 30 Euro meist mehr Hebel als beim Weglassen der Telefonie.
Kabel und Glasfaser: hier ist die Auswahl größer
Die Suche beginnt fast immer bei DSL, dabei liegt der Schwerpunkt inzwischen woanders. Die meisten Tarife ohne Telefonflat laufen heute über Glasfaser, danach folgen Kabelanschlüsse. Reine DSL-Angebote ohne Telefonie sind die Ausnahme geworden.
Das liegt an den Anbietern. Regionale Netzbetreiber wie NetCologne, NetAachen oder M-net bauen eigene Glasfasernetze und schnüren ihre Pakete flexibler als die bundesweiten Anbieter. Auch congstar, PYUR und eazy führen Tarife ohne Gesprächs-Flat.
Für dich heißt das: Beschränk die Suche nicht auf DSL. Liegt an deiner Adresse Kabel oder Glasfaser, ist die Auswahl dort deutlich größer, und du bekommst zusätzlich mehr Geschwindigkeit fürs Geld. Welche Technik wo verfügbar ist, klärt der Weg über die Verfügbarkeitsprüfung der Anbieter.
Internet ohne Anschlussgebühr
Eine zweite Position taucht auf fast jeder Rechnung auf, die viele beim Vergleich übersehen: die einmalige Bereitstellungsgebühr. Sie fällt an, wenn der Anschluss neu geschaltet wird.
Gut ein Drittel der Tarife in unserem Vergleich kommt ohne diese Einmalkosten aus. Kombiniert mit einem Tarif ohne Telefonflat bleibt die Auswahl überschaubar, aber sie existiert, unter anderem bei congstar, NetCologne, NetAachen, M-net und eazy.
Rechne die Bereitstellung immer auf die Vertragslaufzeit um. Eine einmalige Gebühr verteilt auf zwei Jahre relativiert sich schnell, während ein paar Euro mehr im Monat über dieselbe Zeit deutlich schwerer wiegen.
Technik: Wie funktioniert Internet ohne Telefonanschluss?
Einen separaten Telefonanschluss im alten Sinn gibt es zu aktuellen Breitbandanschlüssen ohnehin nicht mehr, egal ob DSL, Kabel oder Glasfaser. Das Sprachsignal wird digitalisiert und läuft gemeinsam mit den Daten über dieselbe Leitung. Dieses Verfahren heißt VoIP, also Voice over IP.
Bei einem DSL-Anschluss steckst du das Telefon direkt in den Router, bei Kabel in das Kabelmodem. Ein Splitter wie früher ist nicht mehr nötig.
Obwohl der Anbieter dadurch kaum Mehraufwand hat, kostet die Telefonie trotzdem etwas extra. Bezahlt wird nicht die Technik, sondern die Rufnummer und ihr Betrieb. Festnetznummern in Deutschland werden von der Bundesnetzagentur verwaltet und von den Anbietern zugeteilt.
Telefonieren trotz Tarif ohne Festnetz-Flat
Ein Tarif ohne Telefonflat heißt nicht, dass du nie wieder über das Festnetz telefonieren kannst. Viele Anbieter erlauben eine Telefonoption gegen Aufpreis oder rechnen einzelne Gespräche nach Verbrauch ab.
Wer viel ins Ausland oder auf Handynummern telefoniert, sollte die Minutenpreise genau prüfen, denn ohne Flat wird das schnell teurer als die Flat selbst. Für alle anderen reicht die Kombination aus reinem Internettarif und Allnet-Flat auf dem Handy.
Häufige Fragen zu DSL ohne Telefon
Ja, allerdings ist der Begriff irreführend. Der Anschluss selbst bleibt telefoniefähig, du buchst nur keine Telefonflat dazu. Reine Internettarife ohne Gesprächs-Flat führen vor allem regionale Anbieter und Kabelanbieter.
Meist nur geringfügig. Der Aufpreis für eine Festnetzflat ist bei vielen Anbietern klein, und im Aktionszeitraum sind Komplettpakete mit Telefon teilweise sogar günstiger als der reine Internettarif. Ein Vergleich beider Varianten lohnt sich in jedem Fall.
Ja, und dort ist die Auswahl sogar größer als bei DSL. Die meisten Tarife ohne Telefonflat laufen inzwischen über Glasfaser, gefolgt von Kabelanschlüssen. Reine DSL-Angebote ohne Telefonie sind selten geworden.
Ja. Viele Anbieter erlauben eine Telefonoption gegen Aufpreis oder rechnen einzelne Gespräche nach Verbrauch ab. Wer viel ins Ausland oder auf Handynummern telefoniert, sollte die Minutenpreise prüfen, sonst wird es teurer als die Flat.
Ja. Gut ein Drittel der Tarife in unserem Vergleich kommt ohne einmalige Bereitstellungskosten aus. In Kombination mit einem Tarif ohne Telefonflat wird die Auswahl kleiner, es gibt sie aber, etwa bei congstar, NetCologne, NetAachen, M-net und eazy.
Nein. Der klassische, getrennte Telefonanschluss ist bei aktuellen DSL-, Kabel- und Glasfaseranschlüssen entfallen. Internet und Telefonie laufen gemeinsam über eine Leitung, das Sprachsignal wird als Datenstrom übertragen.


