Ratgeber

WLAN im Auto

Wir zeigen dir, welche Möglichkeiten WLAN im Auto heute bereits bietet und wie du am günstigsten unterwegs eine stabile Verbindung aufbaust.

11 min LesezeitAktualisiert: 

Voraussetzungen, Möglichkeiten und Grenzen der Technik

WLAN im Auto ist für einige Anwender nutzlose Technik, für andere (oftmals berufstätige Personen im Außendienst) hingegen ist drahtloses Internet auch dort unverzichtbar.

Wir zeigen dir, welche Möglichkeiten WLAN im Auto heute bereits bietet und wie du am günstigsten unterwegs eine stabile Verbindung aufbaust.

Frau mit Tablet im Auto

WLAN im Auto und die Unterschiede

Offensichtlich handelt es sich beim drahtlosen Internet im Auto nicht um eine Verbindung wie zu Hause. Stattdessen befindet sich im Auto entweder bereits ein integrierter WLAN-Hotspot – was vor allem bei neueren Modellen ab der gehobenen Mittelklasse der Fall ist – oder du rüstest dein Fahrzeug nach. Die Internetverbindung wird dann nicht über ein Kabel in der Wand aufgebaut, sondern über einen typischen Datentarif, wie er auch beim Mobilfunk zum Einsatz kommt.

Aus diesen Tatsachen ergeben sich einige Unterschiede:

  • Fahr durch einen Bereich mit einer eher schlechten Verbindungsqualität, wird darunter auch die Geschwindigkeit leiden. Du darfst somit nicht erwarten, unterwegs 1080p-Videostreams über Netflix ohne Qualitätseinbrüche zu schauen.
  • Du wirst beim WLAN im Auto nicht dieselben Geschwindigkeiten genießen können wie zu Hause. Zwar existieren Tarife, die etwa bis zu 150 Mbit/s versprechen – aber die unscheinbaren Wörter „bis zu“ sind hier das Stichwort. In der Realität kommst du nicht annähernd an diese Geschwindigkeiten heran.
  • Du bist unterwegs, anders als in den meisten Fällen zu Hause, an das Datenlimit gebunden. Der DSL-Anschluss in den eigenen vier Wänden darf zwar meist unbegrenzt ausgelastet werden, im Auto stößt du bei vielen großen Downloads aber schnell an die Grenzen.

Wir möchten mobiles WLAN aber auch nicht in einem zu schlechten Licht dastehen lassen: Funktioniert die Verbindung, empfängst du darüber genau wie Hause Daten jeglicher Art. Du hast Zugriff auf Bilder, Musik und Videos, surfst im Internet, lädst Dokumente über deinen Cloudspeicher herunter oder senden Daten von deinem Smartphone auf ein Tablet eines Nutzers auf dem Rücksitz. Hast du dich einmal daran gewöhnt, möchtest du gerade bei längeren Fahrten mit der Familie nicht mehr darauf verzichten.

WLAN im Auto – die Voraussetzungen

Um ein sogenanntes „Connected car“ zu bekommen, hast du verschiedene Optionen, wovon einige in Bastelei ausarten und daher langfristig nicht unbedingt empfehlenswert sind. Wir stellen sie dennoch kurz vor.
Beide Varianten fußen auf handelsüblichen WLAN-Routern:

Sofern du die Stromzufuhr bereitstellen kannst, reicht ein Modell mit einem SIM-Karten-Slot aus. Der WLAN-Router muss dazu in der Lage sein, eine Internetverbindung über UMTS oder LTE aufzubauen. Du steckst die SIM-Karte in das Gerät, nutzt einen zuvor gebuchten Datentarif und haben dann praktisch einen mobilen Hotspot und WLAN im Auto. Der Nachteil: Gewöhnliche WLAN-Router sind recht klobig und unterwegs immer irgendwie im Weg (und sie sind teuer, falls du ein neues Modell kaufen musst).
Besitzt der Router keinen SIM-Karten-Slot, aber dafür einen USB-Anschluss, hast du vielleicht Glück: Dort steckst du dann einen UMTS- oder LTE-Stick ein und konfigurierst ihn entsprechend. Bei vielen Modellen funktioniert dieser Weg und du hast einen Internetanschluss aufgebaut. Der Zugang zum Internet geschieht dann über den Stick, während der Zugang deiner Geräte zum Router über dessen eingebautes WLAN erfolgt. Kompliziert, aber funktionell einwandfrei.

Zugegeben: Heute wirken beide Lösungen wenig komfortabel. Inzwischen haben die Hersteller der Fahrzeuge und auch der Router jedoch erkannt, welches Potenzial im Markt steckt. Bessere Lösungen zum nachrüsten sind daher breitflächig verfügbar.

WLAN im Auto: die bequemen Varianten

Sehr viel besser ist die Verwendung von mobilen Hotspot-Lösungen, die extra auf die Nutzung im Auto zugeschnitten sind. Ein recht populäres Modell ist der Huawei E5576-320 4G. Die Stromversorgung steht also komplett ohne Akku bereit. Weiterhin befinden sich an diesen Geräten häufig USB-Anschlüsse, damit du etwa ein Smartphone auch unterwegs aufladen kannst.

An der Oberseite befindet sich bei Huawei CarFi außerdem ein Knopf, den du erst drücken musst, bevor die Internetverbindung aufgebaut wird. So garantierst du, dass du nicht versehentlich dein komplettes Monatsvolumen verbrauchst, weil du die Verbindung vergisst.

Huawei E5576-320 4G

Damit überhaupt eine Verbindung aufgebaut wird, brauchst du auch einen passenden Datentarif. Für welchen du dich entscheidest, bleibt natürlich dir überlassen, besonders teuer sind sie aber alle nicht mehr. Mehrere Gigabyte Volumen pro Monat (was für WLAN im Auto ausreichen sollte) bei höchstmöglicher UMTS-Geschwindigkeit von 21,6 Megabit pro Sekunde bekommst du bereits für weniger als 10 Euro. Insgesamt handelt es sich also nicht um einen Luxus für die Besserverdiener, sondern ein ganz normales, sogar günstiges Zubehörteil.

Der große Vorteil dieser Hotspot-Lösungen liegt buchstäblich in der Mobilität. So kann das Gerät schnell und einfach von einem Fahrzeug in ein anderes mitgenommen werden. Wer öfters mal einen Mietwagen nutzt wird diese Flexibilität schnell zu schätzen wissen.

Übrigens: Bei allen anderen Hotspots für das Auto sieht die grundlegende Funktionalität ganz ähnlich aus. Das Modell von Huawei diente an dieser Stelle nur als Beispiel.

Die Kosten für WLAN im Auto

Die Kosten für mobiles WLAN setzen sich zusammen aus einmaligen und monatlichen bzw. wiederkehrenden Beträgen.

Die einmalige Anschaffung eines der oben genannten Hotspots schlägt meist mit ca. 40-70 Euro zu Buche. Damit hat man aber eben nur die reine Hardware.

Für die Datenverbindung ins Internet benötigt man zusätzlich noch einen Datentarif. Die monatlichen Kosten dafür hängen im Großen und Ganzen davon ab, wieviel Datenvolumen man benötigt und welches Netz man bevorzugt. Tarife im D-Netz (Telekom und Vodafone) sind oft teurer als im Netz von O2. Günstige Tarife beginnen bei ca. 5-6 Euro monatlich. Benötigt man mehr Datenvolumen können es auch mehr als 50 Euro werden.

Der Verbindungsaufbau…

Hast du dich für einen Datentarif entschieden, bekommst du dazu auch die passende SIM-Karte geliefert. Diese steckst du anschließend in den mobilen Hotspot. Je nach Tarif und Routermodell musst du möglicherweise eine kurze Konfiguration der SIM-Karte vornehmen, allerdings ist dieser Vorgang in den Unterlagen, die du bekommst, genau beschrieben – auch als Anfänger machst du also nichts falsch.
Simkarten

Achtung: Nicht jede SIM-Karte passt in jeden mobilen Router. Möglicherweise brauchst du also kleine Adapterkarten aus Plastik. Häufig liegen diese jedoch im Lieferumfang der SIM-Karte bei, nur in Ausnahmen sollte es also zu Problemen kommen.

Sind Konfiguration und Verbindung des WLAN-Routers mit dem Auto abgeschlossen, startest du einfach dein Fahrzeug. Anschließend kannst du das Gerät einschalten und die Verbindung aufbauen und ab jetzt WLAN im Auto genießen. Hotspots mit einem integrierten Akku nutzt du auch dann, wenn das Auto nur in der Garage steht. Trotzdem würden wir zur Variante raten, die du über den Zigarrenanzünder nutzt (oder im besten Fall natürlich zu einer Kombination).

… und die Möglichkeiten

Sobald die Verbindung steht, macht der mobile WLAN Hotspot viel Spaß. Einzige Voraussetzung dafür ist, dass Technik und Tarif mitspielen:

Entscheide sich heutzutage am besten nicht mehr für Geräte, die nur über UMTS funken können. Damit kommst du zwar ebenfalls auf vermeintlich hohe Datenraten von 21,6 Mbit/s und mehr – aber eben nur „bis zu“. Im Regelfall darfst du nicht mehr als ein Zehntel dieser Geschwindigkeit erwarten. Das reicht für einen Seitenaufbau zwar aus, abhängig von der Anzahl der Nutzer kann es aber eng werden. Such daher gleich nach einem Modell mit LTE-Kompatibilität, damit bist du auch in Zukunft sicher unterwegs.

Beachte auch die Anzahl der Personen, die WLAN im Auto nutzen möchten. Bist du meistens alleine unterwegs und benutzt den Anschluss beruflich, wirst du auch mit schwächerer Hardware kein Problem haben. Bei einem Familienausflug, auf dem vielleicht auch noch Freunde und Bekannte dabei sind, musst du aber das maximale Nutzerlimit im Auge behalten. Unser WLAN-Router von Huawei aus dem Beispiel gibt zehn Personen die Zugangsberechtigung. Bei vielleicht sechs Nutzern würde es in einem typischen VW-Bus schon knapp werden.

Frau mit Kind im Auto, Tablet via WLAN

Die wichtigste Eigenschaft des Tarifs ist das Volumen. Kinder auf dem Rücksitz werden nicht viel Spaß haben, wenn das Volumen nach ein paar Stunden Autofahrt aufgebraucht ist und sie mit 64 Kbit/s weitersurfen müssen. Plane im Zweifelsfall daher lieber zu viel als zu wenig Volumen.

Achtung: Videostreams in hohen Auflösungen jenseits der 720p verbrauchen das Volumen außerdem in kürzester Zeit. Filme und Serien solltest du daher vor der Autofahrt besser herunterladen und im Offline-Modus abspielen.

Surfsticks als Alternative

Ist man alleine unterwegs bzw. will das Internet als Mitfahrer im Auto nutzen, kann auch ein klassischer Surfstick interessant sein. Dieser wird von einigen Anbietern direkt zum Tarif optional mit angeboten.

Der Surfstick wird mit der darin enthaltenen SIM-Karte einfach in den Laptop gesteckt (USB-Anschluss). Nach der automatischen Treiber-Installation kann man auch schon lossurfen.

Durch den Einsatz eines solchen Surf Sticks wird der WLAN Router im Auto überflüssig. Allerdings ist man bei der Nutzung dann meist auf das eine Endgerät beschränkt, mit dem der Stick verbunden wurde. Eine Ausnahme bilden Surfsticks mit WLAN-Funktion. Damit kann zusätzlich ein mobiler Hotspot eingerichtet werden. Mehrere Geräte gleichzeitig zu nutzen ist damit dann ebenfalls möglich.

Welche Geschwindigkeiten kann ich erwarten?

Netzausbau Deutschlandkarte

WLAN im Auto hängt stark von den Gegebenheiten in deiner Region ab. Für die Empfangsqualität spielt das Modell des WLAN-Routers keine Rolle, sie hängt alleine vom Bereitsteller des Tarifs ab (also vielleicht von der Telekom, Vodafone, 1&1 oder ähnlichen Anbietern). Bist du meistens in einer bestimmten Region unterwegs, siehst du dir am besten Karten für den Netzausbau der verschiedenen Betreiber im Internet an. Die großen Mobilfunkbetreiber stellen diese Karten allen Kunden zur Verfügung:

Dort siehst du etwa, wo du LTE-Geschwindigkeit bekommst, wo du „nur“ mit UMTS rechnen darfst, wo es vielleicht Lücken in der Abdeckung gibt und vieles mehr.

Selbst dann, wenn du dich in einem Ballungsgebiet aufhältst und theoretisch permanent LTE-Empfang hätten, liefert dir WLAN im Auto aber nicht dieselben Geschwindigkeiten wie zu Hause am DSL-Anschluss. Von „bis zu 150 Mbit/s“ bleibt in der Realität sehr viel weniger übrig – aber noch immer mehr als genug, um zu surfen, soziale Netzwerke zu nutzen oder vielleicht Musik zu streamen. Ob du wirklich größere Downloads oder Streams in Angriff nehmen solltest, hängt von deiner Risikobereitschaft ab: Fährst du in ein Gebiet mit einem kurzen Funkloch, bricht natürlich auch die Verbindung ab (während das Volumen für die bereits heruntergeladenen Daten vollständig abgezogen wird).

Autos mit bereits eingebautem WLAN

Einige Hersteller sind inzwischen soweit, WLAN auch standardmäßig auf Wunsch mit zu integrieren.

Viele denken bei der Möglichkeit, einen mobilen WLAN Hotspot im Auto zu nutzen, automatisch an den Elektroautopionier Tesla. Obwohl die Teslas ein WLAN Modul eingebaut haben, kann man es derzeit nicht als Hotspot einrichten. Daher bleibt hier nur der Umweg über die oben genannten Wege.

Bei Opel gibt es bei neueren Modellen den Service OnStar. Nach einer Registrierung beim Opel Partner kann OnStar aktiviert werden und man kann den WLAN Hotspot nutzen.

Bei Ford hat man mit SYNC bzw. SYNC2 wie bei Tesla lediglich die Möglichkeit, einen WLAN Hotspot mit einem vorhandenen Mobilfunkgerät aufzubauen. Um statt dessen das WLAN wie oben beschrieben nutzen zu können, muss man derzeit eine der Nachrüstlösungen in Erwägung ziehen.

Bei Audi heißt der WLAN Hotspot Audi connect. Damit können bis zu acht Endgeräte gleichzeitig verbunden werden und das mobile Internet nutzen.

Fazit

WLAN im Auto kann extrem praktisch im beruflichen Umfeld sein oder im privaten Bereich zumindest sehr viel Spaß machen. Der Einstieg ist heute relativ günstig und die Datentarife belasten dein Budget auch nicht übermäßig. Gönn dir gleich einen LTE-Hotspot mitsamt passendem Datentarif und überspring UMTS als Alternative. Übrigens ist WLAN im Auto natürlich nicht auf die Fahrt beschränkt: Parkst du an einem See, legst du dich in die Sonne und nutzt trotzdem schnelles Internet über deinen Hotspot.