Einen Internetvertrag kündigst du heute mit einem Monat Frist, und zwar über den Kündigungsbutton des Anbieters, per E-Mail oder per Brief. Eine Unterschrift brauchst du nur beim Brief. Hier erfährst du, bis wann deine Kündigung ankommen muss, wann du schon während der Mindestlaufzeit rauskommst und warum du beim Anbieterwechsel besser gar nicht selbst kündigst.
Bis wann musst du kündigen?
Seit Dezember 2021 gelten für Internet- und Telefonverträge einfache Regeln aus dem Telekommunikationsgesetz (TKG). Die Mindestlaufzeit darf höchstens 24 Monate betragen, und zu ihrem Ende kündigst du mit einem Monat Frist. Verpasst du den Termin, verlängert sich der Vertrag nicht mehr um ein ganzes Jahr. Er läuft dann unbefristet weiter und ist jederzeit mit einem Monat Frist kündbar. Das gilt auch für ältere Verträge.
Welcher Termin für dich gilt, zeigt dir der Rechner:
Maßgeblich ist der Tag, an dem die Kündigung beim Anbieter eingeht, nicht der Poststempel. Nur beim Widerruf reicht es, ihn rechtzeitig abzuschicken. Je nach Anlass gelten unterschiedliche Fristen:
| Anlass | Frist | Grundlage |
|---|---|---|
| Ende der Mindestlaufzeit | 1 Monat vor Laufzeitende | § 56 TKG |
| Nach der Mindestlaufzeit | jederzeit, 1 Monat | § 56 Abs. 3 TKG |
| Umzug, Tarif am neuen Ort nicht verfügbar | 1 Monat | § 60 Abs. 2 TKG |
| Preiserhöhung oder Vertragsänderung | innerhalb von 3 Monaten nach der Mitteilung | § 57 Abs. 1 TKG |
| Dauerhaft zu langsam | ohne Frist, mit Messnachweis | § 57 Abs. 4 TKG |
| Anhaltende Störung | fristlos, nach erfolgloser Frist zur Entstörung | § 314 BGB |
| Widerruf | 14 Tage nach Abschluss | § 355 BGB |
Damit du den Termin nicht verpasst, erinnert dich unser kostenloser Vertrags-Check per Mail, bevor die Frist abläuft. Dafür reichen Anbieter, Wohnort und das Ende der Laufzeit. Auf Wunsch zeigt er dir außerdem, was dein Vertrag in den nächsten 24 Monaten kostet und ob es an deiner Adresse günstiger geht.
So kündigst du richtig
Für die Kündigung reicht die Textform. Anbieter dürfen in ihren Geschäftsbedingungen keine strengere Form verlangen als zum Beispiel eine E-Mail (§ 309 Nr. 13 BGB). Damit hast du drei Wege:
- Kündigungsbutton: Wer Verträge online verkauft, muss seit Juli 2022 auf seiner Website einen gut sichtbaren Knopf „Verträge hier kündigen“ anbieten (§ 312k BGB). Die Eingangsbestätigung kommt sofort per Mail. Das ist der schnellste Weg und zugleich der beste Nachweis.
- E-Mail: Schick sie an eine Adresse, die dein Anbieter für Vertragsfragen nennt, und speichere die gesendete Nachricht.
- Brief: Unterschreib ihn und schick ihn bei knapper Frist als Einschreiben, damit du den Zugang belegen kannst.
In die Kündigung gehören dein Name und deine Anschrift, wie sie im Vertrag stehen, die Kundennummer und die Rufnummer des Anschlusses. Dazu ein klarer Satz, dass du kündigst, und der Zeitpunkt. Kennst du das Laufzeitende nicht, schreib „zum nächstmöglichen Termin“. Bitte immer um eine schriftliche Bestätigung mit dem Enddatum.
Wer dein Vertragspartner ist, steht auf der Rechnung. Bist du unsicher, über welchen Anbieter du gerade surfst, hilft dir die Erkennung deines Internetanbieters.
Kündigungsschreiben erstellen
Mit dem Generator schreibst du deine Kündigung in wenigen Minuten. Du wählst den Anlass, etwa ordentliche Kündigung, Umzug, Preiserhöhung oder Störung, und den Anbieter. Bei den großen Anbietern wird die Anschrift gleich eingesetzt, die passenden Sätze mit den Paragrafen ergänzt das Formular selbst. Das fertige Schreiben druckst du aus, speicherst es als PDF oder schickst es per E-Mail. Alles bleibt in deinem Browser, wir speichern nichts davon.
Dein Schreiben
Schneller geht es online: muss auf der eigenen Website einen Kündigungsbutton anbieten. Dort kündigst du in wenigen Minuten und bekommst die Eingangsbestätigung sofort.
Zur Online-KündigungPer Brief unterschreibst du das Schreiben, per E-Mail reicht der Text. Es zählt der Eingang beim Anbieter, plane bei knapper Frist ein paar Tage Puffer ein oder schick ein Einschreiben. Keine Rechtsberatung: Im Zweifel helfen dir die Verbraucherzentrale oder die Schlichtungsstelle der Bundesnetzagentur.
Wechseln statt kündigen: Das erledigt der neue Anbieter
Willst du nur den Anbieter wechseln, kündigst du am besten gar nicht selbst. Beim Anbieterwechsel kündigt der neue Anbieter für dich und stimmt den Umschalttermin mit dem alten ab. Dein Anschluss darf dabei höchstens einen Arbeitstag ausfallen (§ 59 TKG), und deine Rufnummer nimmst du mit. Dafür wählst du bei der Bestellung einfach aus, dass der neue Anbieter den Wechsel übernimmt.
Kündigst du dagegen selbst, endet der alte Vertrag zum Stichtag, auch wenn der neue Anschluss noch nicht läuft. Gerade wenn für Glasfaser oder Kabel erst ein Techniker kommen muss, kann das einige Wochen ohne Internet bedeuten. Wie der Wechsel Schritt für Schritt abläuft, erklärt unser Ratgeber Internetanbieter wechseln.
Sonderkündigung: früher raus aus dem Vertrag
Auch während der Mindestlaufzeit kommst du in einigen Fällen aus dem Vertrag. Die wichtigsten Gründe sind ein Umzug, eine Preiserhöhung, eine dauerhaft zu langsame Leitung und eine Störung, die nicht behoben wird.
Umzug
Ziehst du um, nimmst du deinen Vertrag grundsätzlich mit. Der Anbieter muss ihn am neuen Wohnort zu den gleichen Bedingungen weiterführen und darf für den Umzug höchstens so viel verlangen wie für einen neuen Anschluss. Kann er die vereinbarte Leistung dort nicht liefern, darfst du mit einem Monat Frist kündigen (§ 60 Abs. 2 TKG).
Das gilt auch, wenn an der neuen Adresse nur ein deutlich langsamerer Anschluss möglich ist. Prüf deshalb früh, welche Anbieter es an deiner neuen Adresse gibt. Wer den Umzug ohnehin für einen Wechsel nutzen will, kündigt zum Auszug und bestellt am neuen Ort gleich passend.
Preiserhöhung oder Vertragsänderung
Ändert dein Anbieter einseitig den Preis oder andere Bedingungen, muss er dich mindestens einen Monat vorher informieren. Du kannst dann innerhalb von drei Monaten nach der Mitteilung ohne Kosten kündigen (§ 57 Abs. 1 TKG). Der Vertrag endet frühestens an dem Tag, an dem die Änderung gelten soll.
Kein Sonderkündigungsrecht hast du, wenn die Änderung ausschließlich zu deinem Vorteil ist, rein verwaltungstechnisch ohne Nachteil für dich bleibt oder direkt durch ein Gesetz vorgeschrieben ist. Lies das Schreiben deshalb genau, der Hinweis auf das Kündigungsrecht steht oft weit unten.
Internet dauerhaft zu langsam
Liefert dein Anschluss dauerhaft deutlich weniger als vereinbart, darfst du den Preis mindern oder ohne Frist kündigen (§ 57 Abs. 4 TKG). Den Nachweis führst du mit der Desktop-App der Bundesnetzagentur auf breitbandmessung.de. Nötig sind 30 Messungen an drei verschiedenen Tagen, mit dem Rechner per LAN-Kabel am Router.
Als zu langsam gilt der Anschluss zum Beispiel, wenn du an mindestens zwei der drei Messtage nicht wenigstens einmal 90 Prozent der vereinbarten Höchstgeschwindigkeit erreichst. Gleiches gilt, wenn die normalerweise verfügbare Geschwindigkeit in weniger als 90 Prozent der Messungen erreicht wird. Welche Werte für deinen Tarif gelten, steht im Produktinformationsblatt.
Einen schnellen Eindruck vorab gibt dir unser Speedtest. Als Nachweis für die Kündigung zählt aber nur das Messprotokoll der Bundesnetzagentur.
Störung, die nicht behoben wird
Fällt dein Anschluss aus, muss der Anbieter die Störung unverzüglich beheben. Ist sie zwei Kalendertage nach deiner Störungsmeldung noch nicht beseitigt, steht dir eine Entschädigung zu (§ 58 Abs. 3 TKG). Am dritten und vierten Tag sind das 5 Euro oder 10 Prozent des Monatspreises, ab dem fünften Tag 10 Euro oder 20 Prozent, je nachdem, welcher Betrag höher ist.
Hält die Störung trotzdem an, setz dem Anbieter schriftlich eine Frist. Verstreicht sie ohne Ergebnis, kannst du fristlos kündigen (§ 314 BGB). Für beide Schritte gibt es im Generator eine Vorlage. Ob gerade eine größere Störung bekannt ist, zeigt dir unsere Übersicht der Internet-Störungen.
Todesfall
Stirbt die Person, auf die der Vertrag läuft, geht er auf die Erben über. Sie können ihn kündigen und legen dafür eine Kopie der Sterbeurkunde bei. Viele Anbieter haben eigene Formulare, über die du den Vertrag beendest oder auf dich übernimmst. Schreib in diesem Fall dazu, an welche Adresse die Schlussrechnung gehen soll.
Widerruf innerhalb von 14 Tagen
Hast du online, am Telefon oder an der Haustür abgeschlossen, kannst du den Vertrag innerhalb von 14 Tagen ohne Grund widerrufen. Die Frist beginnt mit dem Vertragsschluss, aber erst, wenn dich der Anbieter über dein Widerrufsrecht belehrt hat. Für den Widerruf zählt das Absenden, nicht der Eingang.
Hast du verlangt, dass der Anschluss schon während der Widerrufsfrist freigeschaltet wird, zahlst du für die genutzten Tage anteilig. Geräte wie den Router schickst du zurück. Verträge aus dem Laden kannst du nicht widerrufen, außer der Anbieter räumt das freiwillig ein.
Kündigen bei den großen Anbietern
Den Kündigungsbutton findest du meist ganz unten auf der Website des Anbieters. Für die größten Anbieter haben wir den direkten Link und unsere Hinweise zu Fristen und Besonderheiten zusammengestellt:
Anbieter Online kündigen Ratgeber Telekom Kündigungsbutton Fristen und Tipps Vodafone Kündigungsbutton Fristen und Tipps Vodafone Kabel (früher Unitymedia) Kündigungsbutton Fristen und Tipps 1&1 Kündigungsbutton Fristen und Tipps o2 Kündigungsbutton Fristen und Tipps PYUR Kündigungsbutton Fristen und Tipps Deutsche Glasfaser Kündigungsbutton Fristen und Tipps EWE Kündigungsbutton Fristen und Tipps swb Kündigungsbutton Fristen und Tipps osnatel Kündigungsbutton Fristen und Tipps M-net Kündigungsbutton Fristen und Tipps
Verträge von primacom und Tele Columbus laufen heute unter der Marke PYUR. Was dabei zu beachten ist, steht auf den Seiten zu primacom und Tele Columbus.
Nach der Kündigung: Das solltest du erledigen
- Bestätigung prüfen: Stimmt das Enddatum? Kommt nach zwei Wochen nichts, hak nach. Beim Kündigungsbutton muss die Bestätigung sofort kommen.
- Geräte zurückschicken: Gemietete Router und Receiver gehen nach Vertragsende zurück, sonst stellt der Anbieter sie in Rechnung. Gekaufte Geräte gehören dir.
- Rufnummer sichern: Mitnehmen kannst du sie noch bis zu einem Monat nach Vertragsende. Den Auftrag gibst du beim neuen Anbieter.
- E-Mail-Adresse umziehen: Hast du ein Postfach vom Anbieter, kann es mit dem Vertrag enden. Stell Konten und Kontakte rechtzeitig um.
- Schlussrechnung kontrollieren: Nach dem Vertragsende darf außer der Schlussrechnung nichts mehr abgebucht werden.
Bleiben kann sich lohnen: das Rückholangebot
Nach einer Kündigung melden sich viele Anbieter mit einem Angebot, damit du bleibst. Das kann günstiger sein als dein bisheriger Tarif, startet aber meist eine neue Mindestlaufzeit. Lass dir das Angebot schriftlich geben und vergleich es mit den Tarifen an deinem Wohnort, bevor du zusagst. Willst du gar nicht erst angerufen werden, schreib es in die Kündigung. Der Generator setzt den Satz auf Wunsch ein.
Häufige Fragen zur Kündigung des Internetvertrags
Ein Monat. Zum Ende der Mindestlaufzeit, die höchstens 24 Monate dauern darf, muss die Kündigung einen Monat vorher beim Anbieter sein. Danach kannst du jederzeit mit einem Monat Frist kündigen.
Ja. Anbieter dürfen keine strengere Form als die Textform verlangen. Schick die Mail an eine Adresse für Vertragsfragen und heb sie auf. Noch einfacher ist der Kündigungsbutton auf der Website des Anbieters.
Nein. Beim Anbieterwechsel kündigt der neue Anbieter für dich und stimmt den Umschalttermin ab. So fällt dein Anschluss höchstens einen Arbeitstag aus, und du nimmst deine Rufnummer mit.
Der Vertrag verlängert sich nur noch auf unbestimmte Zeit und ist dann jederzeit mit einem Monat Frist kündbar. Du zahlst also höchstens rund einen Monat länger als geplant.
Nur beim Brief. Kündigst du über den Kündigungsbutton oder per E-Mail, reicht der Text mit deinen Vertragsdaten.
Nur wenn dein Anbieter die vereinbarte Leistung am neuen Wohnort nicht liefern kann. Dann darfst du mit einem Monat Frist kündigen. Ist der Tarif dort verfügbar, ziehst du mit deinem Vertrag um.


