Soft- und Hardwaretricks für einen besseren WLAN-Empfang
WLAN ist praktisch, aber nicht immer frei von Störungen nutzbar. In diesem Artikel zeigen wir dir zahlreiche Möglichkeiten, um den Empfang im WLAN Netzwerk zu verbessern. Einige sind an die Anschaffung von zusätzlicher Hardware gebunden, andere Tricks kannst du jedoch auch ohne finanziellen Aufwand nutzen. Eine Gemeinsamkeit haben sie jedoch alle: Sie funktionieren tatsächlich!
WLAN Empfang verbessern – Grenzen und Möglichkeiten

Insbesondere dann, wenn du kein zusätzliches Geld in die Hände nehmen möchtest, darfst du keine Wunder erwarten. Unsere Tricks werden dir zwar helfen, aber sie werden aus einem katastrophalen Empfang in der gesamten Wohnung nicht plötzlich eine vorbildlichen WLAN-Signalstärke zaubern.
Analysieren wir zunächst, warum der WLAN-Empfang überhaupt schlecht sein kann. Mehrere Möglichkeiten kommen in Betracht:
1. Der Haushalt ist einfach zu groß
Mit zunehmender Entfernung vom WLAN-Router sinkt selbstverständlich auch die Signalstärke. Vergleichbar ist dies mit Musik, die aus einem Lautsprecher kommt, und immer leiser wird, wenn du dich entfernst. Befinden sich die Empfangsgeräte – Notebook, Smartphone, Desktop-PC, Fernseher, Spielkonsolen – zu weit entfernt, ist das Signal zu schwach.
2. Wände und Gegenstände sind im Weg
Massive Wände, aber auch Stahl in den Wänden oder große Möbelstücke blockieren den WLAN-Empfang ebenfalls. Jegliche Gegenstände, die massiv sind und aus Holz oder Metall bestehen, schränken die Verbreitung des WLAN-Empfangs weiter ein. Feuchte oder gar nasse Wände können die Sendeleistung ebenfalls massiv einschränken, insbesondere wenn der Router nur 2,4 GHz unterstützt. Ursache dafür ist, dass 2, 4 GHz die Resonanzfrequenz von Wasser ist. Die Reichweite des Signals wird durch solche Wände stark eingeschränkt.
3. Einfluss von Nachbargeräten
WLAN-Router benötigen einen Funkkanal, auf dem sie senden können. Gerade in dicht besiedelten Nachbarschaften ist es keine Seltenheit, dass sich mehrere Geräte einen Funkkanal teilen. Dies kann die Stabilität und auch die Downloadraten beeinflussen. In der Software des Routers lässt sich häufig herausfinden, welcher Funkkanal gerade benutzt wird.
Diese drei Punkte sind die hauptsächlichen Ursachen, wenn die WLAN Reichweite zu wünschen übriglässt.
Tipps & Tricks, mit denen du den WLAN-Empfang verbesserst
Zu Beginn widmen wir uns den kostenfrei umsetzbaren Tricks. Keine Angst: Auch bei Eingriffen in die Software, wie wir sie dir gleich vorschlagen werden, kannst du nichts kaputtmachen. Auch für Einsteiger ist dieser Guide daher gut geeignet.
1. Prüfe den Aufstellungsort

Der WLAN-Router sollte bestenfalls nicht in der Nähe von großen Metallansammlungen (Heizkörper beispielsweise) stehen oder an der Wand hängen. Quetsch ihn auch nicht zwischen zwei große Wohnzimmerschränke. Du bist bei einem herkömmlichen DSL-Anschluss natürlich an die Kabellänge bis zur Telefonbuchse gebunden. Davon abgesehen solltest du aber versuchen, den WLAN-Router so frei wie möglich aufzustellen.
Wenn es dein handwerkliches Geschick und die Gegebenheiten in deinem Haushalt zulassen, montierst du das Gerät an die Wand knapp unterhalb der Decke und möglichst zentral – also vielleicht im Flur. Dort befinden sich sehr wahrscheinlich keine störenden Gegenstände oder Störquellen und das Signal kann sich sehr gleichmäßig in alle Räume ausdehnen. Kleiner Nachteil an dieser Methode: Wann immer du Zugang zum Router brauchst, musst du eine Leiter bemühen.
2. Wirf einen Blick in die Software
Sobald du sichergestellt hast, dass sich der WLAN Router selbst an einem gut geeigneten Aufstellungsort befindet, wagst du einen Blick in die Software. Je nach Routermodell unterscheidet sich der Zugriff. Konsultier das Handbuch oder schau online nach, wie du Zugang zur Software bekommst. In der Regel läuft dies über einen beliebigen Internetbrowser ab.
Dort angekommen, siehst du dir die folgenden Punkte an:
- Wie bereits beschrieben, spielt der Funkkanal eine Rolle. Such innerhalb der Software nach dieser Option. Häufig wird dir jetzt angezeigt, auf welchem Funkkanal dein Router derzeit arbeitet und wie viele andere Kanäle noch frei sind. Such sich einen WLAN Kanal aus, der möglichst frei von Störungen ist. Unterstützt dein WLAN-Router das 5,0-Gigahertz-Band, hast du eine deutlich größere Auswahl. Man spricht dann von Dualband-Routern. Achtung: Stellst du das Gerät auf den 5 GHz-Betrieb um, müssen die anderen Geräte in deinem Haushalt damit auch kompatibel sein.

Screenshot Fritzbox: Funkkanal Einstellungen - Viele moderne WLAN-Router unterstützen eine ECO-Funktion. Damit spart der Router zwar Strom, aber gleichzeitig steht dir dieses Feature im Weg, wenn du die WLAN Reichweite erhöhen möchtest. Zwar sinkt der Stromverbrauch, aber damit geht auch ein Verlust von Downloadraten und Signalstärken einher. Deaktiviere diese Funktion also. Dem zusätzlichen Strom, den du jetzt verbrauchst, musst du keine Träne nachweinen: Es handelt sich um eine stark vernachlässigbare Menge, die du am Ende des Jahres auf der Stromrechnung nicht bemerken wirst.
- Nicht direkt am WLAN-Router, sondern in den Geräten, die du im Haushalt nutzt, solltest du den WLAN-Treiber überprüfen. Er sollte sich immer auf dem aktuellsten Stand befinden. Insbesondere sehr alte Software kann dazu führen, dass die Downloadrate leidet oder die Kompatibilität mit modernen WLAN-Routern nicht oder nur Ansatzweise gegeben ist. Normalerweise sollte Windows automatisch dafür sorgen, dass der Treiber aktuell bleibt – aber Nachschauen kostet nichts.
Diese drei Faktoren sind wesentlich für den Verlust von Sendeleistung und eine schwindende Downloadrate verantwortlich. Noch einmal möchten wir wiederholen, dass du mit einer Änderung dieser Einstellungen nichts kaputtmachen kannst. Funktioniert der WLAN-Zugang nach deinen Verbesserungen noch schlechter, machst du sie einfach wieder rückgängig.
Zusätzliche Hardware für bessere Reichweite
Wie eingangs beschrieben, führen nicht alle Tricks in der Software zum Erfolg. Zu variabel sind Haushalte, WLAN-Router und die Interaktion zwischen Endgeräten und jenen Routern, um eine Erfolgsgarantie zu versprechen. Möchtest du deinen WLAN-Empfang trotzdem verbessern – und diesmal wirst du garantiert einen Unterschied bemerken -, greif zu den folgenden Tipps:
1. Anschluss externer Antennen

Dieser Tipp ist nicht bei jedem WLAN-Router umsetzbar. Handelt es sich um ein Modell mit externen Antennen, die du selbst an- und abschrauben kannst, reicht es manchmal schon aus, einen stärkeren Satz aus Antennen zu kaufen. Gerade für ältere Geräte kommt diese Möglichkeit in Betracht. Hat der Hersteller am falschen Ende gespart, erhöhst du damit eigenhändig die Signalstärke. Viele moderne Geräte sind jedoch mit internen Antennen ausgestattet, dort ist dieser Tipp nicht umsetzbar.
2. Der Klassiker: WLAN-Repeater

Eine der besten Möglichkeiten, um den WLAN-Empfang deutlich aufzuwerten, sind WLAN-Repeater. Laienhaft ausgedrückt fangen sie das WLAN-Signal auf, verstärken es und geben es wieder in die Umgebung ab. Selbst in Räumen, in denen du vorher nur einen sehr schlechten Empfang hattest, wirst du plötzlich hervorragend surfen und das Internet generell nutzen können, wenn du im selben Raum einen WLAN-Repeater einsetzt.
Sie kosten zwischen 20 und 80 Euro und benötigen für den Betrieb eine freie Steckdose. Die Geräte unterschiedlicher Hersteller sind untereinander kompatibel – zumindest in der Theorie. In der Praxis hat sich herausgestellt, dass beide Geräte am besten miteinander harmonieren, wenn WLAN-Router und WLAN-Repeater vom selben Hersteller stammen. Dich hindert auch nichts daran, mehrere WLAN-Repeater in einem Haushalt zu verwenden. Die Verbindung geschieht entweder mit nur einem einzigen Knopfdruck über die WPS-Taste oder über die Eingabe des WLAN-Passworts in der Repeater-Software.
Beliebte Repeater kommen von AVM (die Fritz- bzw. Fritzbox-Reihe), Netgear, Linksys oder TP-Link. Aber auch günstige Geräte von Aldi (z. B. die Marke Medion) können das WLAN verstärken.
Auch die Firmware der Repeater sollte auf den neuesten Stand gebracht werden.
3. Externe Antennen für Computer und Notebooks

Interne WLAN-Antennen in Notebooks oder auch WLAN-Adapter für Desktop-PCs, die nur so groß sind wie ein Fingernagel und im USB-Anschluss verschwinden, können unter Altersschwäche leiden oder einfach zu klein sein, um eine hohe Signalstärke zur Verfügung zu stellen. Für 10 bis 20 Euro gibt es bereits WLAN-Antennen, die du in einen USB-Anschluss steckst und welche den WLAN Empfang entscheidend verbessern. Das Resultat sollten gestiegene Downloadraten und seltenere (bis gar keine) Verbindungsabbrüche sein. Als Austausch musst du jedoch einen USB-Anschluss opfern, was gerade bei Geräten wie Tablets natürlich ein Problem sein kann.
4. WLAN-Router überprüfen
Zu guter Letzt kann es sein, dass der WLAN-Router selbst einfach nicht „gut“ ist. Es hat in den vielen Jahren seit der Verbreitung von WLAN-Routern in durchschnittlichen Haushalten gewaltige technische Fortschritte gegeben. Zu alte Geräte bieten eine wesentlich schwächere Sendeleistung als moderne, aktuelle WLAN-Router. Leider ist dieser letzte Tipp auch der teuerste: Hochwertige WLAN-Router kosten viel Geld, mit Ausgaben im dreistelligen Bereich musst du in jedem Fall rechnen. Bestelle das Gerät daher am besten online und setzt du es über einige Tage ein. Tritt keine Besserung ein, sendest du es innerhalb von 14 Tagen wieder zurück und bekommst dein Geld wieder.
Zu den aktuell besten Modellen auf dem Markt gehören die FRITZ!Box 7490 von AVM, der RT-AC3200 Black Diamond von Asus und der TP-Link Archer VR900v.
Die Einrichtung eines WLAN-Routers ist nicht so trivial wie die anderen Tipps in diesem Ratgeber. Hol sich notfalls am besten Hilfe aus dem Bekanntenkreis, um nichts falsch zu machen.
Fazit
Willst du deine WLAN Reichweite verbessern, reichen meistens schon die kostenlosen Tipps aus diesem Ratgeber. Führen sie nicht zum Erfolg, musst du den Geldbeutel aufmachen und dir einige zusätzliche Geräte anschaffen. Aber: 20 Euro oder vergleichbare Kosten sind nichts im Vergleich zur Gewissheit, endlich einen stabilen, hochwertigen WLAN-Empfang im gesamten Haushalt nutzen zu können.


