Mit einem Datentarif surfst du unterwegs auf dem Smartphone, dem Tablet oder dem Laptop, ganz ohne WLAN. Die Preisunterschiede sind groß: Für dasselbe Datenvolumen im selben Netz zahlst du beim einen Anbieter oft nur die Hälfte von dem, was ein anderer verlangt. Unten findest du alle Datentarife und Handytarife mit Internet im Vergleich, danach erklären wir, worauf es bei Netz, Volumen und Laufzeit ankommt.
Datentarife und Handy-Internet im Vergleich
Die Liste ist nach dem durchschnittlichen Monatspreis sortiert, der günstigste Tarif steht oben. Mit den Filtern grenzt du nach Datenvolumen und Netz ein, blendest nur Prepaid-Karten ein oder zeigst nur Tarife ohne lange Laufzeit.
Alle Angaben ohne Gewähr
So liest du die Tarifliste richtig
Durchschnittspreis statt Werbepreis
Viele Anbieter werben mit einem niedrigen Preis für die ersten Monate oder verlangen einen Anschlusspreis, der im Kleingedruckten steht. Der Durchschnittspreis verteilt alle Kosten über die Laufzeit, also Grundgebühr, Rabatte und einmalige Gebühren. Damit lassen sich ein Tarif mit Startrabatt und einer ohne fair vergleichen.
Steht unter dem Preis ein zweiter Betrag, ist das die Grundgebühr pro Abrechnungszeitraum. Die zahlst du tatsächlich jeden Monat oder alle 28 Tage.
28 Tage sind kein Monat
Gerade Prepaid-Tarife rechnen oft alle vier Wochen ab statt einmal im Monat. Das klingt nach demselben, ergibt aber 13 statt 12 Abrechnungen im Jahr. Ein Tarif für 10 Euro pro 28 Tage kostet dich im Jahr also 130 Euro und ist damit gut 8 Prozent teurer als ein Monatstarif zum selben Preis. In der Liste ist das bereits eingerechnet.
Datenautomatik
Einige Tarife buchen automatisch ein kleines Datenpaket nach, sobald dein Volumen aufgebraucht ist, meist bis zu dreimal im Monat und jeweils gegen Aufpreis. Das schützt vor der Drosselung, kann die Rechnung aber unbemerkt erhöhen.
Bei den meisten Anbietern lässt sich die Datenautomatik im Kundenkonto abschalten, manchmal erst nach der Freischaltung. Wenn du Tarife mit dieser Funktion gar nicht sehen willst, nimm in der Liste den Haken bei „Datenautomatik“ heraus.
Welches Netz passt zu dir?
In Deutschland betreiben die Telekom (D1), Vodafone (D2) und Telefónica (o2) jeweils ein bundesweites Mobilfunknetz. Dazu kommt 1&1, das seit Ende 2023 ein eigenes Netz aufbaut und außerhalb davon das Vodafone-Netz mitnutzt. Fast alle günstigen Anbieter wie congstar, simyo, klarmobil oder ALDI Talk mieten sich in eines dieser Netze ein und verkaufen die Kapazität unter eigenem Namen.
Für dich heißt das: Ein Discounter im Telekom-Netz nutzt dieselben Funkmasten wie ein Vertrag direkt bei der Telekom. Unterschiede gibt es trotzdem. Die Netzbetreiber geben ihren eigenen Kunden häufig mehr Geschwindigkeit und früher Zugang zu 5G, bei Discountern ist das Tempo oft gedeckelt.
- Telekom (D1): gilt seit Jahren als das Netz mit der besten Abdeckung, auch auf dem Land und entlang von Bahnstrecken. Tarife im D1-Netz sind meist etwas teurer.
- Vodafone (D2): gut ausgebaut in Städten und in der Fläche, liegt in Netztests meist knapp hinter der Telekom.
- o2 (Telefónica): hat in den letzten Jahren stark aufgeholt, vor allem in Ballungsräumen. Hier gibt es die meisten günstigen Tarife mit viel Datenvolumen.
Entscheidend ist der Empfang dort, wo du das Handy wirklich nutzt: zuhause, bei der Arbeit, auf dem Weg dazwischen. Schau dir dafür die Netzkarte des jeweiligen Netzbetreibers für deine Adresse an. Wer viel im ländlichen Raum unterwegs ist, fährt mit dem Telekom-Netz meist am sichersten.
Wie viel Datenvolumen brauchst du?
Wie schnell dein Volumen verbraucht ist, hängt fast nur davon ab, wie viel Video du unterwegs schaust. Surfen, Messenger und Musik fallen kaum ins Gewicht, eine Stunde Video in HD dagegen frisst schnell 3 GB. Die Werte unten sind Richtwerte pro Stunde Nutzung.
Als grobe Orientierung für einen Monat:
- Bis 10 GB: reicht, wenn du unterwegs vor allem Nachrichten schreibst, surfst und Musik hörst und zuhause im WLAN bist.
- 20 bis 50 GB: passt, wenn du täglich Videos auf Instagram, TikTok oder YouTube schaust oder regelmäßig pendelst.
- 100 GB oder unbegrenzt: sinnvoll, wenn du viel streamst, den Laptop über das Handy ins Netz bringst oder gar kein WLAN zuhause hast.
Im Zweifel hilft ein Blick in die Einstellungen deines Smartphones. Unter „Mobile Daten“ (Android) oder „Mobilfunk“ (iPhone) siehst du, wie viel du in den letzten Wochen tatsächlich verbraucht hast.
LTE oder 5G: Was bringt der neue Standard?
Das 3G-Netz ist in Deutschland seit 2021 abgeschaltet, mobiles Internet läuft heute über LTE (4G) und 5G. LTE reicht für Streaming in HD, Videocalls und Homeoffice völlig aus. 5G spielt seine Stärken vor allem dann aus, wenn viele Menschen gleichzeitig im selben Funkbereich surfen, etwa am Bahnhof, im Stadion oder in der Innenstadt.
Damit du 5G nutzen kannst, müssen drei Dinge passen: dein Smartphone muss 5G unterstützen, dein Tarif muss 5G enthalten und am Standort muss 5G ausgebaut sein. Fehlt eins davon, surfst du automatisch über LTE weiter.
Wichtiger als der Standard ist oft die maximale Geschwindigkeit, die der Tarif zulässt. Viele günstige Tarife sind auf 15, 25 oder 50 Mbit/s begrenzt, egal ob LTE oder 5G. Für Smartphone-Nutzung reicht das in aller Regel. Erst wenn du große Dateien lädst oder mehrere Geräte über einen Hotspot versorgst, lohnt ein Tarif mit 150 Mbit/s und mehr.
Prepaid, monatlich kündbar oder 24 Monate?
Bei Prepaid lädst du Guthaben auf und das Datenpaket wird davon abgebucht. Ist kein Guthaben mehr da, verlängert sich das Paket nicht, eine Rechnung kann also nicht überraschend hoch werden. Laufzeitverträge über 24 Monate sind meist etwas günstiger, binden dich aber auch dann, wenn der Anbieter nach einem Jahr einen besseren Tarif bringt.
Ein guter Mittelweg sind Laufzeittarife ohne Mindestlaufzeit: Du zahlst per Rechnung oder Lastschrift wie bei einem Vertrag, kannst aber jeden Monat kündigen. Den Aufpreis dafür siehst du in der Liste direkt, wenn du einen Tarif mit Filter „Kurze Laufzeit“ mit dem 24-Monats-Pendant vergleichst. Wie du beim Wechsel deine Rufnummer mitnimmst, steht in unserem Ratgeber zum neuen Mobilfunkanbieter.
Mobiles Internet für Tablet, Laptop und Zuhause
Tablet und Laptop
Ein Tablet mit SIM-Slot oder eSIM bekommt einfach einen eigenen Datentarif. Oft günstiger ist eine Multi-SIM zu deinem Handyvertrag, dann teilen sich Smartphone und Tablet ein Datenvolumen. Laptops ohne SIM bringst du über den Hotspot des Smartphones ins Netz, das nennt sich Tethering und ist in deutschen Tarifen fast immer erlaubt.
Mobiles Internet als Ersatz für DSL
Wo kein schneller DSL-, Kabel- oder Glasfaseranschluss liegt, kann mobiles Internet die Leitung ersetzen. Dafür gibt es eigene Tarife für zuhause wie den Vodafone GigaCube oder den o2 Homespot, die einen Router mit SIM-Karte nutzen und viel oder unbegrenztes Volumen bieten.
Diese Tarife sind meist an deine Adresse gebunden und unterwegs nicht oder nur eingeschränkt nutzbar. Außerdem teilst du dir die Funkzelle mit allen anderen in der Umgebung, abends kann das Tempo deshalb spürbar sinken. Wenn an deiner Adresse ein Festnetzanschluss verfügbar ist, ist der fast immer stabiler. Was bei dir möglich ist, zeigt unser Überblick Internet für zuhause.
Drosselung, Roaming und andere Kostenfallen
Innerhalb der EU sowie in Norwegen, Island und Liechtenstein nutzt du dein Datenvolumen dank der Roaming-Regeln zu den gleichen Konditionen wie zuhause. Bei sehr günstigen Tarifen mit viel Volumen darf der Anbieter das nutzbare Volumen im Ausland aber begrenzen. Die Schweiz und Großbritannien gehören nicht automatisch dazu, dort fallen je nach Tarif zusätzliche Kosten an. Mehr dazu in unserem Ratgeber Mobiles Internet im Ausland.
Prüf vor der Bestellung außerdem den einmaligen Anschlusspreis und ob der Tarif nach einer Aktionsphase teurer wird. Beides steckt im Durchschnittspreis der Liste schon drin, auf der Rechnung zeigt es sich aber erst später.
In vier Schritten zum passenden Datentarif
- Verbrauch prüfenSchau in den Smartphone-Einstellungen nach, wie viel mobiles Datenvolumen du in den letzten Monaten verbraucht hast, und rechne etwas Puffer dazu.
- Netz wählenPrüf auf den Netzkarten der Netzbetreiber, welches Netz an deinen wichtigsten Orten gut funktioniert.
- Laufzeit festlegenEntscheide, ob du dich 24 Monate bindest oder lieber monatlich kündbar bleibst.
- Tarife filternStell oben in der Liste Volumen und Netz ein und vergleich die günstigsten Treffer nach Durchschnittspreis.
Häufige Fragen zu mobilem Internet
Ein reiner Datentarif enthält nur mobiles Internet, Anrufe und SMS kosten extra oder sind gar nicht möglich. Eine Allnet-Flat enthält zusätzlich unbegrenzte Anrufe in alle deutschen Netze und meist auch eine SMS-Flat. Für Tablets und Surfsticks reicht ein Datentarif, fürs Smartphone ist eine Allnet-Flat mit Datenvolumen oft kaum teurer.
Über das Mobilfunknetz nicht, über das Internet schon. Mit WhatsApp, FaceTime, Signal oder anderen Apps telefonierst du über dein Datenvolumen. Eine Stunde Sprachanruf verbraucht dabei nur wenige Dutzend MB.
Die Telekom (D1) schneidet in Netztests seit Jahren am besten ab und hat die beste Abdeckung auf dem Land. Vodafone liegt meist knapp dahinter, o2 hat vor allem in Städten stark aufgeholt. Für dich zählt aber vor allem der Empfang an den Orten, an denen du dein Handy nutzt.
Wenn du unterwegs vor allem surfst, Nachrichten schreibst und Musik hörst, kommst du mit 5 bis 10 GB aus. Wer täglich Videos schaut oder pendelt, sollte 20 bis 50 GB einplanen. Ohne WLAN zuhause oder bei viel Streaming lohnt ein Tarif mit 100 GB oder unbegrenztem Volumen.
Ja, vor allem wenn du dich nicht binden willst oder deine Kosten genau im Blick behalten möchtest. Prepaid-Tarife sind jederzeit kündbar und können nicht mehr kosten als das aufgeladene Guthaben. Achte nur darauf, ob alle 28 Tage oder monatlich abgerechnet wird.
In fast allen deutschen Tarifen ist es erlaubt, über den Hotspot des Smartphones auch Laptop oder Tablet ins Netz zu bringen. Bei Tarifen mit unbegrenztem Volumen lohnt trotzdem ein Blick in die Bedingungen, einzelne Anbieter schränken das Teilen dort ein.