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ADSL, VDSL, SDSL und Kabel: die Unterschiede erklärt

ADSL, VDSL, SDSL, Kabel oder Glasfaser: was die Abkürzungen bedeuten, wie schnell jede Technik wirklich ist und welche zu dir passt.

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ADSL, SDSL, VDSL. Wer nach einem Internetanschluss sucht, stolpert über ein halbes Dutzend Abkürzungen, die sich nur in einem einzigen Buchstaben unterscheiden. Dahinter stecken allerdings sehr verschiedene Techniken, und zwei davon spielen für Privathaushalte kaum noch eine Rolle.

ADSL, VDSL, SDSL, Kabel

Hier steht, wofür die Buchstaben stehen, welche Geschwindigkeit dir welche Technik heute wirklich bringt und wann Kabel oder Glasfaser die bessere Wahl sind. Die kurze Antwort vorweg: Wenn dir jemand heute einen DSL-Anschluss verkauft, ist damit fast immer VDSL gemeint.

ADSL
wird abgeschaltet
VDSL
bis 250 Mbit/s
Kabel
bis 1.000 Mbit/s
Glasfaser
bis 2.000 Mbit/s

Die Techniken im direkten Vergleich

Drei der vier Techniken laufen zumindest teilweise über Kupfer. Nur bei Glasfaser bis in die Wohnung endet das Licht erst hinter deiner Wohnungstür. Das erklärt die meisten Unterschiede in der Tabelle.

TechnikDownloadUploadVerfügbarkeit
ADSLbis 16 Mbit/sbis 1 Mbit/släuft aus
VDSLbis 250 Mbit/sbis 40 Mbit/snahezu flächendeckend
SDSLmeist bis 10 Mbit/sidentisch zum Downloadnur Geschäftskunden
Kabelbis 1.000 Mbit/sbis 75 Mbit/srund zwei Drittel der Haushalte
Glasfaserbis 2.000 Mbit/sbis 1.000 Mbit/s41 Prozent der Adressen

Der Download steht in jeder Werbung. Interessanter ist die dritte Spalte. Zwischen ADSL und Glasfaser liegt beim Upload der Faktor 1.000, beim Download nur der Faktor 125. Wer Videocalls führt, Fotos in die Cloud schiebt oder von zu Hause auf einen Firmenserver zugreift, merkt genau das zuerst.

ADSL: das A steht für asymmetrisch

ADSL heißt ausgeschrieben Asymmetric Digital Subscriber Line. Asymmetrisch bezieht sich auf das Verhältnis von Download zu Upload: du lädst deutlich schneller herunter als hoch. Bei einem klassischen 16.000er Anschluss stehen 16 Mbit/s im Download etwa 1 Mbit/s im Upload gegenüber.

Diese Schieflage ist kein Konstruktionsfehler, sondern Absicht. Die verfügbaren Frequenzen auf der Kupferdoppelader wurden dorthin verteilt, wo damals die Nachfrage war, und das war eindeutig die Richtung zum Kunden. Für das Nutzungsverhalten von 2005 war die Aufteilung goldrichtig, für Homeoffice und Cloud ist sie es nicht mehr.

Telefonieren und surfen gleichzeitig funktioniert bei ADSL übrigens deshalb, weil Sprache und Daten auf getrennten Frequenzbereichen derselben Leitung laufen. Ein Splitter trennt beide voneinander.

ADSL verschwindet
Die Telekom baut ihre alten Kupfer-Vermittlungsstellen zurück und stellt Bestandskunden schrittweise auf modernere Anschlüsse um. Neu buchen kannst du reines ADSL praktisch nirgends mehr. Was das für deinen Vertrag bedeutet, steht im Ratgeber zur DSL-Abschaltung in Deutschland.

VDSL: was heute in deinem DSL-Tarif steckt

Das V steht für Very High Speed. Technisch ist VDSL der direkte Nachfolger von ADSL, der Sprung passiert aber nicht in deinem Router. Die Glasfaser reicht bis zum grauen Verteilerkasten an der Straße, erst das letzte Stück bis zu dir läuft weiter über Kupfer. Je kürzer dieses Reststück, desto mehr Tempo kommt an.

Die Unterscheidung zwischen VDSL1 und VDSL2 kannst du getrost vergessen. VDSL1 wurde in Deutschland nie in nennenswertem Umfang gebaut. Relevant sind heute zwei Ausbaustufen von VDSL2: Vectoring mit 100 Mbit/s im Download und Supervectoring mit 250 Mbit/s.

Beide Verfahren rechnen das Übersprechen zwischen den Adern im Kabelbündel heraus. Klingt nach Detail, bringt aber den Sprung von 50 auf 250 Mbit/s. Der Upload wächst dabei nicht im gleichen Tempo mit und liegt auch im besten Fall bei 40 Mbit/s.

Ob bei dir 250 Mbit/s ankommen, hängt an der Entfernung zum Verteiler. Ab etwa 500 Metern Kupferstrecke bleibt vom Supervectoring wenig übrig. Deshalb nennen Anbieter immer nur eine Obergrenze und keine Zusage. Welche Tarife es gibt, zeigt der DSL-Vergleich.

SDSL: symmetrisch, aber nichts für zu Hause

Das S steht für symmetrisch. Download und Upload sind bei SDSL exakt gleich schnell, und genau dafür wurde die Technik gebaut. Ein Unternehmen, das eigene Server betreibt oder große Datenmengen versendet, braucht in beide Richtungen dieselbe Bandbreite.

Der Preis dafür ist hoch. SDSL belegt die Leitung vollständig, sodass parallel kein analoges Telefon darüber läuft, und die absoluten Geschwindigkeiten bleiben mit meist unter 10 Mbit/s bescheiden. Für Privathaushalte war SDSL nie gedacht und ist es bis heute nicht.

Wo Firmen früher SDSL bestellt haben, liegt heute meist ein Glasfaseranschluss mit garantierter Bandbreite. Die Technik ist damit weitgehend Geschichte.

Kabel: starker Download, schwacher Upload

Kabel-Internet nutzt eine ganz andere Infrastruktur, nämlich das Koaxialnetz, das ursprünglich für Fernsehen gebaut wurde. Internet und Telefonie laufen dort zusätzlich mit. Der aktuelle Übertragungsstandard DOCSIS 3.1 schafft bis zu 1.000 Mbit/s im Download.

Der Haken liegt an derselben Stelle wie bei ADSL, nur eine Größenordnung höher: Selbst im schnellsten Kabeltarif bleibt der Upload bei 50 bis 75 Mbit/s stehen. Das Verhältnis ist also noch schiefer als bei VDSL.

Dazu kommt ein zweiter Punkt, den Kabelkunden abends manchmal spüren. Ein Koaxialstrang wird von vielen Haushalten gemeinsam genutzt. Wenn im selben Segment viele gleichzeitig streamen, teilen sich alle die verfügbare Bandbreite.

Verfügbar ist Kabel vor allem in Städten und in größeren Wohnanlagen. Auf dem Land gibt es oft schlicht kein Koaxialnetz. Eine Übersicht der Netze findest du bei den Kabelanbietern.

Glasfaser: die einzige Technik ohne Kupfer im Haus

Bei einem echten Glasfaseranschluss endet das Lichtsignal erst in deiner Wohnung. Kein Kupferstück, keine Dämpfung über die letzten Meter, keine Abhängigkeit von der Entfernung zum Verteiler. Deshalb ist Glasfaser die einzige der hier genannten Techniken, bei der Download und Upload wieder auf Augenhöhe liegen können.

In der Praxis heißt das: Tarife bis 1.000 Mbit/s sind Standard, einzelne Anbieter gehen auf 2.000 Mbit/s. Der Upload erreicht je nach Tarif bis zu 1.000 Mbit/s. Ein Glasfaseranschluss ist damit die erste Technik seit ADSL, bei der du beim Hochladen nicht mehr das schwächste Glied bist.

Zwei Abkürzungen solltest du auseinanderhalten. FTTH bedeutet Fiber To The Home, die Faser liegt bis in deine Wohnung. FTTB endet im Keller, von dort geht es über die vorhandene Hausverkabelung weiter. FTTB ist deutlich schneller als VDSL, erreicht aber nicht die Werte eines echten FTTH-Anschlusses.

Nach unserer Auswertung des Breitbandatlas erreicht Glasfaser bis in die Wohnung Ende 2025 rund 41 Prozent der Adressen in Deutschland. Der Ausbau läuft, aber er läuft regional sehr unterschiedlich. Alle verfügbaren Tarife stehen im Glasfaser-Vergleich.

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Anschlussart
Geschwindigkeit

Welche Technik passt zu dir?

Die Auswahl entscheidet sich selten am Wunsch, meistens an der Adresse. Trotzdem lässt sich die Reihenfolge klar benennen.

  • Glasfaser, wenn verfügbar. Sie ist die einzige Technik ohne eingebaute Upload-Bremse und die einzige, die in zehn Jahren nicht wieder Thema wird.
  • Kabel, wenn du vor allem streamst und herunterlädst. Beim Download bekommst du dort das beste Verhältnis aus Tempo und Preis.
  • VDSL, wenn weder Glasfaser noch Kabel anliegen. Mit Supervectoring reicht es für Streaming in 4K und mehrere Geräte gleichzeitig.
  • ADSL nur noch, wenn es an deiner Adresse buchstäblich nichts anderes gibt. Und dann mit dem Wissen, dass die Technik ausläuft.

Ein Hinweis für alle, die viel im Homeoffice arbeiten: Schau zuerst auf den Upload, nicht auf den Download. Ein Kabelanschluss mit 1.000 Mbit/s klingt beeindruckend, hat aber beim Hochladen weniger Reserven als ein Glasfasertarif mit der Hälfte der Downloadrate.

Häufige Fragen zu den DSL-Abkürzungen

Was ist der Unterschied zwischen ADSL und VDSL?

ADSL überträgt die Daten auf der gesamten Strecke über Kupfer und schafft bis zu 16 Mbit/s. Bei VDSL reicht die Glasfaser bis zum Verteilerkasten an der Straße, nur das letzte Stück läuft über Kupfer. Dadurch sind bis zu 250 Mbit/s möglich. Beide Techniken laufen im Handel unter der Bezeichnung DSL.

Wofür steht das A in ADSL?

Das A steht für asymmetrisch. Download und Upload sind unterschiedlich schnell, der Download deutlich schneller. Bei SDSL steht das S entsprechend für symmetrisch, dort sind beide Richtungen gleich schnell.

Woran erkenne ich, ob ich ADSL oder VDSL habe?

Der einfachste Anhaltspunkt ist die gebuchte Geschwindigkeit. Alles bis 16 Mbit/s ist in aller Regel ADSL, ab 25 Mbit/s handelt es sich um VDSL. Genauer siehst du es in der Benutzeroberfläche deines Routers unter den DSL-Informationen, dort steht die tatsächlich ausgehandelte Übertragungsrate.

Ist SDSL für Privatkunden sinnvoll?

Nein. SDSL liefert in beide Richtungen dieselbe Bandbreite, bleibt dabei aber meist unter 10 Mbit/s und lässt kein paralleles Telefonat über dieselbe Leitung zu. Die Technik richtet sich an Geschäftskunden und wird dort inzwischen überwiegend durch Glasfaser ersetzt.

Was ist besser, Kabel oder VDSL?

Beim Download gewinnt Kabel klar, dort sind bis zu 1.000 Mbit/s möglich statt 250 Mbit/s bei VDSL. Beim Upload liegen beide näher beieinander, Kabel erreicht 50 bis 75 Mbit/s und VDSL bis zu 40 Mbit/s. Kabel teilt sich außerdem die Bandbreite im Wohngebiet, VDSL nicht.