Bei einem Glasfaseranschluss reicht die Faser bis in dein Haus oder direkt in deine Wohnung. Das bringt hohe Geschwindigkeiten im Download und Upload, die nicht mehr von der Entfernung zum Verteilerkasten abhängen. Hier erfährst du, was ein Glasfaseranschluss kostet, wie der Ausbau abläuft, welche Technik du brauchst und was du als Mieter wissen musst.
Was ist ein Glasfaseranschluss?
Bei DSL und Kabel endet die Glasfaser meist im Verteilerkasten an der Straße oder im Wohngebiet, die letzten Meter laufen über Kupfer- oder Koaxialkabel. Ein echter Glasfaseranschluss ersetzt genau dieses letzte Stück, und damit fällt die Bremse weg, die DSL und Kabel ausbremst.
Wie weit die Faser reicht, beschreiben drei Abkürzungen, die dir in Tarifbeschreibungen und Ausbauankündigungen begegnen:
- FTTH (Fiber to the Home): Die Faser reicht bis in deine Wohnung. Das ist der echte Glasfaseranschluss mit der vollen Leistung.
- FTTB (Fiber to the Building): Die Faser endet im Keller, in die Wohnungen geht es über die vorhandenen Telefonleitungen weiter. Das ist schnell, aber nicht ganz so leistungsfähig wie FTTH.
- FTTC (Fiber to the Curb): Die Faser endet am Verteilerkasten an der Straße. Das ist VDSL und kein Glasfaseranschluss, auch wenn manche Werbung das anders klingen lässt.
Wie Glasfaser technisch funktioniert und wie weit der Ausbau in Deutschland ist, erklärt unsere Übersicht zu Glasfaser Internet.
Was kostet ein Glasfaseranschluss?
Die Kosten setzen sich aus drei Teilen zusammen: dem einmaligen Hausanschluss, der Bereitstellung beim Anbieter und dem monatlichen Tarif. Den größten Unterschied macht der Zeitpunkt, zu dem du dich anschließen lässt.
Hausanschluss: kostenlos oder teuer
Der Hausanschluss umfasst die Leitung von der Straße bis ins Gebäude und den Abschlusspunkt im Keller oder Hausanschlussraum. Während der Ausbau in deinem Ort läuft, verlegen die meisten Netzbetreiber ihn kostenlos, wenn du in dieser Phase einen Tarif bestellst oder dem Anschluss zustimmst.
Wer erst nach dem Ende des Ausbaus einen Anschluss möchte, muss die Bauarbeiten meist selbst bezahlen. Dann rücken die Bautrupps nur für dein Haus an, und je nach Länge der Strecke über das Grundstück kommen schnell mehrere hundert bis über tausend Euro zusammen. Ein Angebot des Netzbetreibers vorab schafft hier Klarheit.
Bereitstellung beim Anbieter
Zusätzlich verlangen die meisten Anbieter eine einmalige Gebühr für die Freischaltung des Tarifs. Bei den großen Anbietern liegt sie bei diesen Beträgen:
- Telekom Glasfaser: bis zu 69,95 Euro
- Vodafone Glasfaser: 49,99 Euro
- 1&1 Glasfaser: 49,95 Euro
- o2 Glasfaser: 9,99 Euro
- Deutsche Glasfaser: 79,99 Euro
Einige Anbieter erlassen die Gebühr bei Online-Bestellung oder schreiben sie als Bonus gut. Ob das gerade der Fall ist, steht beim jeweiligen Tarif.
Monatliche Kosten für den Tarif
Glasfaser-Tarife kosten regulär ab 39,90 Euro im Monat, für Gigabit zahlst du ab 59,90 Euro. Damit ist Glasfaser kaum noch teurer als schnelles DSL: Ein Tarif mit 300 Mbit/s über Glasfaser gibt es ab 44,99 Euro, VDSL mit 250 Mbit/s ab 44,99 Euro.
Viele Anbieter locken zusätzlich mit stark reduzierten Preisen in den ersten Monaten. Hier die günstigsten Gigabit-Tarife der großen Anbieter:
Alle Tarife aller Anbieter mit Effektivpreis findest du im Glasfaser-Tarifvergleich.
So läuft der Glasfaserausbau bei dir ab
Vom ersten Brief des Netzbetreibers bis zum schnellen Internet vergehen meist mehrere Monate, oft auch mehr als ein Jahr. Entscheidend ist, dass du dich rechtzeitig meldest, solange der Hausanschluss noch kostenlos ist.
- VermarktungDer Netzbetreiber kündigt den Ausbau an und sammelt Verträge. In manchen Orten wird nur gebaut, wenn genug Haushalte mitmachen.
- Vertrag oder ZustimmungDu bestellst einen Tarif oder stimmst als Eigentümer dem Hausanschluss zu. Dein alter Vertrag läuft bis zur Freischaltung weiter.
- HausbegehungEin Techniker legt mit dir fest, wo die Leitung ins Haus kommt und wo der Abschlusspunkt hängt.
- TiefbauDie Leitung wird von der Straße bis zum Haus verlegt, oft im Spülbohrverfahren ohne offenen Graben im Garten.
- InstallationIm Keller kommt der Glasfaser-Abschlusspunkt an die Wand, in der Wohnung die Glasfaser-Dose.
- FreischaltungDer Anbieter schaltet den Anschluss frei, du schließt Glasfasermodem und Router an. Erst dann kündigst du deinen alten Anschluss.
Wie du den Wechsel ohne Lücke hinbekommst, erklärt unser Ratgeber zum Internetanbieter-Wechsel.
Welche Technik brauchst du in der Wohnung?
Am Ende der Leitung sitzt die Glasfaser-Teilnehmeranschlussdose, kurz Gf-TA. Daran hängt ein Glasfasermodem (ONT), das das Lichtsignal in ein normales Netzwerksignal umwandelt. Viele Anbieter stellen das Modem, manche bauen es fest im Router ein.
Den Router darfst du dank der Routerfreiheit frei wählen. Er braucht entweder ein eingebautes Glasfasermodem, das zum Netz deines Anbieters passt, oder einen LAN-Anschluss für ein separates Modem. Welche Modelle es gibt und worauf du achten musst, zeigt unsere Übersicht der Glasfaser-Router.
Liegt die Dose an einer ungünstigen Stelle, etwa im Keller, verteilst du das Netz per LAN-Kabel, Mesh oder einem zweiten Router. Wie das mit zwei Routern in einem Haus funktioniert, erklären wir in einem eigenen Ratgeber.
Glasfaseranschluss als Mieter
Als Mieter kannst du einen Glasfasertarif bestellen, über den Hausanschluss entscheidet aber der Eigentümer. Viele Netzbetreiber holen die Zustimmung des Eigentümers selbst ein, sobald ein Mieter Interesse anmeldet. Sprich deinen Vermieter trotzdem früh an, gerade in Mehrfamilienhäusern dauert die Abstimmung oft länger.
Lässt der Vermieter selbst ein Glasfasernetz im Haus bauen, darf er dafür ein Glasfaserbereitstellungsentgelt über die Nebenkosten verlangen. Das Telekommunikationsgesetz begrenzt es auf 60 Euro pro Jahr und Wohnung für höchstens fünf Jahre, in Ausnahmefällen neun Jahre. Im Gegenzug muss das Netz für alle Anbieter offen sein, du bist also nicht an einen bestimmten Anbieter gebunden.
Lohnt sich ein Glasfaseranschluss?
Für die meisten Haushalte lautet die Antwort ja, vor allem wenn der Hausanschluss noch kostenlos zu haben ist. Der Anschluss bleibt dauerhaft am Haus, auch wenn du später den Anbieter wechselst oder ausziehst.
- Hoher Upload, ideal für Homeoffice, Videocalls und Cloud-Backups
- Gebuchte Geschwindigkeit kommt auch an, keine Abhängigkeit von der Leitungslänge
- Zukunftssicher, wenn die Kupfernetze abgeschaltet werden
- Steigert den Wert der Immobilie
- Ausbau dauert oft lange und ist nicht überall geplant
- Nachträglicher Hausanschluss kann teuer werden
- Neuer Router oder Glasfasermodem nötig
Langfristig führt kaum ein Weg an Glasfaser vorbei: Die Telekom und andere Netzbetreiber planen, die Kupfernetze schrittweise abzuschalten. Den Zeitplan erklärt unser Ratgeber zur DSL-Abschaltung, den direkten Technikvergleich findest du unter DSL oder Glasfaser.
Wo gibt es Glasfaser?
Glasfaser wird in Deutschland von vielen Unternehmen gebaut: neben Telekom und Vodafone von Deutsche Glasfaser, regionalen Stadtwerken und Netzbetreibern wie NetCologne oder M-net. Welcher Anbieter an deiner Adresse Glasfaser verlegt hat oder gerade verlegt, zeigt die Verfügbarkeitsprüfung des jeweiligen Anbieters.
Eine Übersicht der Unternehmen mit ihren Ausbaugebieten findest du bei den Glasfaser-Anbietern, den aktuellen Stand nach Regionen unter Glasfaserausbau. Auf den Seiten für deine Stadt siehst du außerdem, welche Anbieter dort aktiv sind.
Häufige Fragen zum Glasfaseranschluss
Während des Ausbaus in deinem Ort ist der Hausanschluss meist kostenlos, wenn du einen Tarif bestellst oder als Eigentümer zustimmst. Später kann er mehrere hundert bis über tausend Euro kosten. Dazu kommen eine einmalige Bereitstellungsgebühr beim Anbieter und der monatliche Tarif.
Bei FTTH reicht die Glasfaser bis in die Wohnung, bei FTTB endet sie im Keller und die letzten Meter laufen über die Telefonleitungen im Haus. FTTH ist leistungsfähiger, FTTB ist aber ebenfalls deutlich schneller als DSL.
Vom Vertrag bis zur Freischaltung vergehen meist mehrere Monate, in großen Ausbaugebieten auch mehr als ein Jahr. Die Bauarbeiten am einzelnen Haus selbst dauern dagegen oft nur einen oder wenige Tage.
Ja. Du kannst einen Glasfasertarif bestellen, der Eigentümer muss aber dem Hausanschluss zustimmen. Viele Netzbetreiber kümmern sich selbst um diese Zustimmung, sobald du Interesse anmeldest.
Meist ja. Du brauchst ein Glasfasermodem, das viele Anbieter stellen, und einen Router mit LAN-Anschluss dafür. Alternativ gibt es Router mit eingebautem Glasfasermodem, die direkt an die Glasfaser-Dose angeschlossen werden.
Nein, und das solltest du auch nicht. Kündige den alten Vertrag erst, wenn der Termin für die Freischaltung des Glasfaseranschlusses feststeht. Viele Anbieter übernehmen die Kündigung beim Wechsel für dich.


